16. Oktober 2016

„Der Herr der Ringe“ von J. R. R. Tolkien


Hallo, liebe Menschen aus Mittelerde!

Vor einigen Minuten las ich die letzte, wunderbare Zeile aus dem größten, schönsten und teuersten Buch, welches ich mein Eigen nennen kann, meinen Schatz: Der Herr der Ringe. An dieser Stelle möchte ich keine wirkliche Rezension schreiben, sondern eher eine kurze Lobrede auf die neun Gefährten, die Gemeinschaft des Ringes.

Der Herr der Ringe ist mir nun endlich ans Herz gewachsen. Nachdem ich die Ausgabe von Wolfgang Krege mehrmals begonnen habe und einfach nicht warm geworden bin, habe ich mir ein Unikat anfertigen lassen, das meinen Vorstellungen entspricht. Dazu habe ich euch in dem Beitrag über das Unikat berichtet. Außerdem besitze ich nun die Übersetzung von Margaret Carroux, die nun, im direkten Vergleich wesentlich besser und vor allem schöner ist. Sie passt viel mehr zu der altertümlichen Sprache und wird nicht von unpassenden Ausdrücken unterbrochen. Wer eine Ausgabe von Wolfgang Krege besitzt, der sollte darüber nachdenken, sich ebenfalls eine von Carroux zuzulegen, denn es lohnt sich wirklich. Das Lesen geht viel leichter und man verspürt viel Wärme in den Worten Tolkiens.

Doch nun zu der Gemeinschaft des Ringes, die mich nun auf etwa sechs Wochen begleitet hat und die ich, da es nun Zeit ist, gar nicht mehr gehen lassen möchte…


1. Frodo

Mit ihm beginnt alles. Die Gemeinschaft des Ringes beginnt im Auenland, in Beutelsend, denn Frodo wurde der Eine Ring anvertraut. Er trägt die Bürde, den Ring zu seinem Schicksal zu bringen, denn er ist zu ihm gekommen. Auf seiner langen, schweren und gefahrvollen Reise begegnet er Freunden und Feinden, doch am Schluss wartet das Allerschlimmste auf ihn. Er hat Mittelerde gerettet. Dadurch, dass der Ring in den Orodruin, den Schicksalsberg geworfen wurde, wurde die Macht des Ringes zerstört und auch die Macht Saurons. Frodo ist der Held der Geschichte und doch wird diese Reise ihn immer wieder belasten.


2. Gandalf

Gandalf, der Graue und später der Weiße, hat Frodo immer unterstützt und ihn vieles gelehrt. An vielen Stellen wäre die Gemeinschaft bestimmt zerbrochen, wenn sie sich nicht immer wieder Gandalfs Worte ins Gedächtnis gerufen hätten. Er ist die treibende Kraft zu Beginn der Reise gewesen und stieß wieder zu Aragorn, Gimli und Legolas, als die Schlacht um Helms Klamm begann. Als Zauberer hat er eine große Macht, doch vor allem Weisheit besitzt er.



„Viele, die leben, verdienen den Tod. Und manche, die sterben, verdienen das Leben. Kannst du es ihnen geben? Dann sei auch nicht so rasch mit einem Todesurteil bei der Hand. Denn selbst die ganz Weisen können nicht alle Absichten erkennen.“
Seite 80



3. Aragorn

Aragorn ist in allen drei Büchern mein heimlicher Held in allen Lebenslagen. In habe ich von Anfang an bewundert und auch heute noch ist er mein Lieblingscharakter. Sein Auftreten hat mich sofort überzeugt und die Tatsache, dass er ein großer Mann ist, der sein Erbe aber nicht gerne antritt, hat mich dazu bewogen, ihn zu lieben und immer in Ehren zu halten. Aragorn besitzt einen unglaublich starken Charakter und Geist und dadurch, dass er bei den Elben in Bruchtal aufgewachsen ist, hat er eine große Weisheit erlangt und viele Fähigkeiten, die seiner mehr als würdig sind.


4. Boromir

Auch Boromir ist stark, doch auf seine ganz eigene Art und Weise. Durch den Versuch, an den Ring zu gelangen, ist sein wunderbarer Charakter etwas verloren gegangen, doch wie es immer so ist, können nicht alle Protagonisten gut sein. Dennoch hat er durch die Verteidigung der Hobbits Merry und Pippin eine Menge Charme zurückgewonnen und vor allem Mut bewiesen.


5. Legolas

Die Elben haben ein wunderschönes Antlitz und auch Legolas aus dem Düsterwald zieht mit Elben wie Arwen, Elrond oder Galadriel gleich. Er bewegt sich leicht wie eine Feder und ist dennoch schnell wie ein Falke. Er ist tapfer und ein sehr guter Bogenschütze. Zusammen mit Gimli, dem Zwerg, erwächst eine einzigartige Freundschaft, die Zeichen setzt in Tolkiens Welt und niemals vergessen wird. Neben Aragorn und Gandalf ist er ein weiterer Lieblingscharakter, der nie den Mut verliert und für seine Freunde bis zum Ende kämpft.



„Nun, es ist nicht nötig, darüber nachzugrübeln, was der morgige Tag bringen mag. Denn gewiss wird das Morgen Schlechteres bringen als das Heute, und so wird es viele Tage gehen. Und ich kann nichts mehr tun, um es zu ändern.“
Seite 835



6. Gimli

Die großen Tage der Zwerge sind vorbei und die Minen von Moria und die Brücke von Khazad-dûm werden ein letztes Mal durchschritten von der Gemeinschaft des Ringes. In ihren heiligen Hallen wurde vor vielen Jahren Mithril geschöpft und abgebaut und Gimli schwärmt von den großen Taten seines Volkes. Auch er ist wahrlich ein großer Kämpfer und steht zu seinen Freunden, besonders zu Legolas, zu wem er eine bindende Freundschaft aufgebaut hat, die über das Ende des dritten Zeitalters dauert. Sie kämpfen Seite an Seite und überstehen Kampf um Kampf. Sie gehen zusammen durch das Reich der Toten und vertrauen einander. Gimli ist ein großartiger Charakter, den ich gerne auf seinem Weg begleitet habe.


7. Sam

Sam gehört zu Frodo und begleitet ihn auf dem Weg durch das dunkle Land Mordor. Er verliert nicht ein einziges Mal die Hoffnung, dass sie gerettet werden und wieder im Auenland leben können. Immer wieder treibt er Frodo an, als dieser bereits jede Hoffnung verloren hat. Bis zum feuerspeienden Schicksalsberg begleitet er Frodo und schenkt selbst dem Leser neue Kraft. Ein kleiner Hobbit, der immer das Gute sieht und die Augen nicht vor den Gefahren verschließt, sondern immer dann seiner Aufgabe bewusst wird, wenn jede Hoffnung verloren scheint.


8. Merry

Ein weiterer mutiger und kühner Hobbit ist Merry. Sie sind ein fröhliches Volk und wandern gerne auf grünen Wiesen neben ihren Häusern. Doch Merry folgt Frodo, denn er hat das Geheimnis um den Ring erraten. Er weiß nicht, was für eine Gefahr auf ihn wartet, doch dass er Frodo und Sam begleiten wird, steht außer Frage. Er ist intelligent und stets fröhlich.


9. Pippin

Pippin ist ein ungeschickter Hobbit, doch mit einem reinen Herzen. Immer wieder zieht er andere mit hinein in ein großes Schlamassel, aber ist immer da, um sie wieder hinaus zu bugsieren. Er unterstützt mit viel Mut seine besten Freunde Sam, Frodo und Merry und beweist auf seiner Reise an unerwarteten Stellen viel Kraft, die sich zum Guten wandelt.



„Ich bin ganz und gar kein Krieger, und jeder Gedanke an die Schlacht missfällt mir; aber auf eine Schlacht zu warten, der man nicht entgehen kann, ist am allerschlimmsten.“
Seite 842



Nun ist Sauron besiegt und Frodo segelt mit Bilbo und Gandalf zu den Grauen Anfurten, denn sein Schmerz wird niemals vergehen. Aragorn ist König von Gondor und hat Arwen zur Frau genommen. Mein heimlicher Held ist nun vergeben. Oft habe ich in dieser Geschichte Tränen vergossen, doch nicht alle Tränen sind von Übel.

Tolkien hat mich nun endgültig begeistert mit Der Herr der Ringe. Ich habe es geschafft, alle drei Bücher zu lesen und bin unglaublich stolz darauf. Zögert nicht, die Geschichte in euch aufzusaugen, denn sie wird euch begeistern und Mut bringen zur richtigen Zeit.


Welcher Charakter ist euch am liebsten?

Kommentare:

Bücherratten

Hallo!
Ich liebe "Der Herr der Ringe" und die Carroux Übersetzung ist um einiges stimmiger als jene von Krege (ich habe beide Übersetzungen gelesen).
Aragorn hat mich von Anbeginn (was jetzt doch schon einige Jahr aus ist) sehr fasziniert. Er wirkt so selbstlos und sein Charakter ist einfach sehr stark, ehrenhaft, treu und vielfältig beschrieben.
In den Hobbit-Filmen ist jedoch Radagast mein Held. Seine Verrücktheit und besonders seine starke Bindung zur Natur und den Tieren machen ihn für mich zu einem der spannendsten Charaktern.
Liebe Grüße
Sarah von den Bücherratten

Marie

Liebe Sarah!

Da bin ich vollkommen deiner Meinung. Auch ich habe beide Übersetzungen gelesen und war viel begeisterter von der Carroux Übersetzung. Ihr Stil passt einfach besser zu der Geschichte. „Der Hobbit“ habe ich nicht gelesen und auch nicht gesehen. Da besteht noch Nachholbedarf...

Liebe Grüße
Marie

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