17. September 2016

„Die Zwerge“ von Markus Heitz


Hallo, liebe Fantasyliebhaber!

Seit einiger Zeit juckte es mich in den Fingern, dieses Buch zu beginnen. Die Zwerge ist ein Fantasyroman über die schlagkräftigsten Helden, die Zwerge und gerade diese Sichtweise hat mich dazu veranlasst, etwas genauer hinter die Kulissen zu schauen.


Kurz und knapp

Tungdil wächst als Zwerg bei den Magi auf, den Zauberern und weiß lediglich aus Büchern, was seine Artgenossen für Gewohnheiten haben. Als Schmied lebt er im Königreich Idoslân und fühlt sich dort wohl. Doch immer wieder fragt er sich, wo seine Familie lebt, wieso er als Findelkind zu Lot-Ionan kam und zu welchem Zwergenreich er gehört. Dann wird er auf eine Reise geschickt durch das Geborgene Land, um Artefakte zu überbringen, die jedoch niemals ankommen, denn dies wird keine angenehme Reise. Die höchsten aller Magi und Magae haben sich zusammengefunden, um das Geborgene Land vor den Gefahren des Toten Landes zu bewahren, die sich immer weiter ausbreiten, doch sie wittern Verrat unter ihren Reihen. Plötzlich erhebt sich ein Magi aus der Reihe und reißt alle anderen in den Untergrund. Nun müssen die Zwergenreiche beweisen, wie stark sie sind und sich alleine mit dem Totem Land auseinandersetzen, das immer mehr an Macht gewinnt. Erhalten sie Verstärkung aus den Reihen der Elben?


Meine Meinung

Als angehende Fantasyliebhaberin habe ich mir diesen Roman zugelegt, von dem ich auf vielen anderen Blogs bisher nur Gutes gehört habe. Letztendlich hat mich aber auch die Vorstellung gereizt, näheres über die Zwerge zu erfahren, die in Der Herr der Ringe für so viel Aufmerksamkeit sorgen. Um allerdings mit einem Missverständnis aufzuräumen: Es geht nicht um die Figuren des absoluten Fantasyklassikers von J. R. R. Tolkien, sondern um eine eigene Geschichte, die der deutsche Autor Markus Heitz auf die Beine gestellt hat, und das mit Erfolg, wie ich meine.

Das mehr als 600 Seiten prachtvolle Werk strotzt nur so über von Entdeckungen und Wissen der Zwerge. Wir wissen, dass Zwerge dickköpfig, stur und kampferfahren sind. Wer Der Herr der Ringe gelesen hat, weiß, dass ein Zwerg sich mit den Elben verbündet für eine große Sache: die Rettung von Mittelerde. Hier geht es natürlich nicht um Gimli oder Legolas, sondern um Tungdil, der seine ganz eigene Geschichte hat. Aufgewachsen bei den Zauberern kann er mit den Fertigkeiten eines Zwerges im Kampf nichts anfangen. Dennoch wird er auf eine Reise geschickt, die ihm einiges abverlangt. Er trifft auf Boïndil und Boëndal, zwei Zwerge aus dem Stamm der Zweiten, die ihn auf dem Weg begleiten und vor allem unterstützen. Er lernt mit seiner Axt umzugehen und keine Angst vor dem Feind zu zeigen. So dringen sie vor in andere Reiche und warnen die Könige vor den Gefahren, die ihnen begegnet sind. Das Tote Land erhebt sich und jeder weiß, dass nur Tungdil es retten kann.


„Zwerge und Gebirge haben eine Gemeinsamkeit: Man kann sie nur mit einem schweren Hammer und unendlicher Ausdauer bezwingen.“
Volksweisheit


Ich möchte davon absehen, Analogien zu Der Herr der Ringe zu ziehen, denn Vergleiche in diesem Stil finde ich immer sehr behaftet. So glauben viele, eine Fortsetzung vorzufinden, die das Buch nun mal nicht ist, oder auch eine ähnliche Geschichte vorgelegt zu bekommen, die das Buch auch nicht ist. Die Zwerge ist ein eigenständiger Roman, der mich unglaublich begeistern konnte. Neben dem Schreibstil sind die Charaktere fantastisch. Tungdil, ein ausgesetzter Zwerg, der nicht bei seinem Volk aufwächst, die höchsten Magi und Magae, die ein unerwartetes Ende nehmen, welches für mich sehr überraschend kam und erschreckend und vor allem das Böse in der Gestalt des Nôd'onn, ehemals Nudin der Wissbegierige. Das Zusammenspiel der Hauptpersonen läuft Hand in Hand und zu keiner Zeit habe ich das Gefühl, es würde eine wichtige Information fehlen. Genauigkeit und feinen Spürsinn für Details besitzt Markus Heitz und wandelt ihn um in diese wirklich grandiose Geschichte.


„Alle, die er einst kannte und mochte, starben, nur er selbst war mit zwei Zwergen auf der Flucht vor dem Verrückten, der nach ihrem Leben und den Dingen trachtete, die sie mit sich führten.“
Seite 243


Die Geschichte wird aus der dritten Person, dem allwissenden Erzähler, berichtet und verleiht ihr einen wunderbaren Überblick über das Geschehen und die aktuelle Situation. Unterteilt ist der Roman immer in einzelne Kapitel, wobei es in den Kapiteln ebenfalls Unterteilungen gibt in die verschiedenen Reiche der Zwergen oder Zauberer. Somit erhalten wir Einblicke in die anderen Zwergenreiche, während Tungdil auf der Reise ist und nicht weiß, was vor sich geht.

Markus Heitz ergreift bereits mit dem ersten Satz die Aufmerksamkeit des Lesers. Wortgewandt, spannungsvoll und facettenreich erhalten wir Einblick in seine Welt, die zu unserer Welt wird. Ich war sofort auf der Seite von Tungdil und wollte ihm helfen, zu seinem Ziel zu gelangen. Ich habe mit ihm mitgefiebert, Stärke gezeigt und wollte mich nicht davon abbringen lassen, ihn bis zum Ende zu begleiten.


Fazit

Markus Heitz' Auftakt zu einer garantiert wundervollen, spannenden Reihe ist wahrhaftig gelungen. Die erschaffenen Zwergen- und Zaubererreiche sind vollkommen durchdacht und ergeben ein spannendes Gesamtbild. Die Charaktere sind einzigartig und stark und schütten bei mir Glücksgefühle aus. Ich bin beeindruckt von dem Roman, der mich auf ganzer Linie überzeugt hat.

Die Zwerge erlangt ein wohlverdientes

Ohnegleichen




Bibliografische Angaben

Die Zwerge
Markus Heitz
Verlag: Piper
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3492700764
Seiten: 621


Habt ihr schon einen von Markus Heitz' Romanen gelesen?

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