7. August 2016

„Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit“ von Veronica Roth


Hallo, liebe Fraktionen!

Nachdem mich der erste Band sehr begeistern konnte, habe ich mich gleich an den zweiten Teil getraut, eine schöne Fortsetzung der spannenden Geschichte um Tris und Four, die nun ohne eine Fraktion leben müssen.


Kurz und knapp

Tris hat bewiesen, dass sie sich neuen Herausforderungen stellen kann, dass sie keinesfalls die kleine, schüchterne Altruan ist, sondern wahrhaftig zu den Ferox gehört. Natürlich weiß sie, dass sie eigentlich zu keiner der Fraktionen gehört – sie ist eine Unbestimmte. Dennoch verliebt sie sich in Four und sie gestehen sich ihre Liebe. Und noch etwas: Auch Four ist ein Unbestimmter. Gemeinsam versuchen sie nun, die Fraktionen zu retten, doch das ist nicht möglich. Die Ken – die Wissenden – besitzen wichtige Informationen über die Fraktionen und Tris muss an diese Informationen herankommen. Sie ist es sich und ihren Eltern schuldig. Auch wenn sie dabei ihre Liebe zu Four aufs Spiel setzen und sich mit dem Feind verbünden muss.


Meine Meinung


Die Wahrheit ist ein wildes Tier, sie ist zu mächtig, um eingesperrt zu bleiben.
Seite 6


Im ersten Band Die Bestimmung haben wir die unterschiedlichen Fraktionen sehr gut kennen gelernt und einen ersten Blick auf Tris erhascht, der sich rasch vertieft hat durch ihre Wahl bei der Zeremonie der Bestimmung. In diesem zweiten Band lernen wir eine andere Seite an Tris kennen und die ist nicht nur uns unheimlich, sondern auch ihrer Liebe Four. Tris kämpft zusammen mit den Unbestimmten um wertvolle Informationen zu bekommen, wohlwissend, dass Four dagegen ist. Die Ken jedoch hegen keine Skrupel und nehmen Tris gefangen, denn sie möchte keine unschuldigen Menschen mehr opfern, nur weil die Ken sie haben wollen. Unbestimmte sind gefährlich, denn sie können sich den Simulationen entziehen, sie haben somit ein eigenständiges Gehirn, welches nicht so funktioniert wie bei den anderen. Die Anführerin der Ken, Jeanine, besitzt Informationen, die die Ferox und die anderen Fraktionen haben möchten, doch dafür wird sich Tris aufopfern müssen. Und sie tut es.

Die Bestimmung konnte mich unglaublich packen und mitreißen und natürlich habe ich gehofft, dass auch der zweite Teil daran anknüpft. Leider bin ich nicht vollständig zufrieden. Die Geschichte ist klasse und wird auch im gleichen, wunderbaren Schreibstil weitergeführt, doch die extreme Spannung, der Nervenkitzel blieb dieses Mal aus. Klar, an einigen Stellen kam schon Spannung aus, doch dabei blieb es auch. Es gab keine großen Höhen und Tiefen, die mich am ersten Teil so fasziniert haben. Allerdings zeigt die Protagonistin Tris im zweiten Band sehr viele Schwächen, die im ersten Band überhaupt nicht erwähnt werden. Sie ist sehr verletzlich und unausgeglichen, weshalb die Geschichte zwar in Fahrt kommt, doch keinen wirklichen Höhepunkt erreicht.


Ich nehme an, jetzt ist der Zeitpunkt, für all das, was ich getan habe, um Vergebung zu bitten, aber ich fürchte, meine Liste wäre nie vollständig. Außerdem bezweifle ich, dass das, was nach dem Leben kommt, davon abhängt, ob ich eine Liste meiner Vergehen im Detail aufzählen kann.
Seite 366


Aber die Schwäche, die Tris in diesem Buch zeigt, lässt sie fallen, als sie dem Tod ganz nah ist. Genau an dieser Stelle zeigt sie ihre Stärke, ihre Kraft, am Leben zu bleiben. Sie kämpft mit sich und findet einen Ausweg. Somit scheint die Protagonistin trotzdem ausgeglichen. Zum Ende der Geschichte findet sie ihren Kampfgeist wieder und beginnt zu kämpfen.

Auch der zweite Band wird aus der Perspektive von Tris erzählt. Sie ist die allwissende Erzählerin und wir erfahren all das, was sie denkt und fühlt. Deswegen hatte ich das Gefühl, ständig in ihrer Nähe zu sein, mit ihr zu kämpfen. Hier ist der Charakter wieder unglaublich vielschichtig und das ist, neben der Geschichte, auch der ausschlaggebende Punkt, weshalb ich den Fantasyroman doch mag.


Fazit

Ich komme nicht drum herum zu erwähnen, dass es sich hierbei um eine Art Übergang vom ersten zum dritten, zum letzten Band handelt. Natürlich nimmt die Geschichte einen anderen, unerwarteten Verlauf, doch die Spannung, das Packende, hat mir hier etwas gefehlt. Charaktere sind weiterhin toll und die Handlungsorte sind etwas breiter gefächert. Insgesamt eine tolle und wunderbare Geschichte, die ihr allerdings nur lesen solltet, wenn ich auch den dritten Teil besitzt, der wie ich hoffe, nun wieder sehr mitreißend wird.


5 Lesezeichen



Bibliographische Angaben

Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit
Insurgent
Veronica Roth
cbt Verlag
Fantasy
506 Seiten

Keine Kommentare:

Schreibe einen Kommentar