16. Mai 2016

Rezension: „Die Welt, wie wir sie kannten“ von Susan Beth Pfeffer


Die Welt, wie wir sie kannten | Susan Beth Pfeffer | Carlsen Verlag | 410 Seiten | Fantasy

Lange Zeit habe ich mir dieses Buch gewünscht und zu meinem Geburtstag auch endlich bekommen. Vor vielen Jahren habe ich dieses Buch von einer Freundin gelesen und war total begeistert. Ich wollte es mir immer selber kaufen, doch dann war mir immer ein anderes Buch wichtiger. Ich bin froh, es zu meinen Schätzen zählen zu können.

Ein Asteroid soll auf dem Mond einschlagen – ein Spektakel, das sich jeder ansehen möchte. Auch Mirandas Familie. Seit Tagen wird über nichts anderes geredet und dann ist es endlich soweit. Alle stehen am Fenster oder auf der Straße und schauen zu, wie sich der Asteroid dem Mond nähert. Doch dann geschieht etwas Unvorhergesehendes: Der Mond wird aus seiner natürlichen Umlaufbahn geworfen und in kürzester Zeit bedrohen Naturkatastrophen die Welt. Ganze Küstenstriche werden vom Wasser überspühlt, Erdbeben lösen Vulkane aus, die längst versiegt sind. Die Vulkanasche breitet sich überall aus und verdeckt die Sonne. Die Bevölkerung wird dezimiert, die Luft reicht nicht mehr zum Atmen und die Supermärkte sind leer. Miranda und ihre Familie können von Glück reden, dass sie rechtzeitig Lebensmittel in Massen ins Haus geschafft haben. Die Temperaturen sinken gewaltig und statt einem strahlendem Sommer gibt es den ersten Frost. Alle fragen sich, wie dann erst der Winter werden soll. Zitternd vor Kälte, hungrig und kraftlos beginnt ein Kampf ums nackte Überleben und Miranda weiß, dass die besten Zeiten längst in der Vergangenheit liegen.

Ein Teil aus Die Welt, wie wir sie kannten hatte sich in meiner Erinnerung festgesetzt, doch nach vielen Jahren wollte ich sie wieder auffrischen und das Buch noch einmal lesen. Es ist ein Fantasyroman, der einerseits eher wenig mit der Realität zu tun hat, andererseits aber auch aktuelle Themen anreißt, die durchaus auch auf der Welt vorkommen könnten. Es geht um Naturkatastrophen, die die Welt bedrohen und sie auf eine harte Probe stellen. Filme schaue ich mir zu diesem Thema selten an, doch bei diesem Buch hat mich die Geschichte sehr neugierig gemacht und schließlich vollkommen begeistert.

„Heute morgen bin ich aufgewacht und habe gedacht: Ich werde Sammi nie mehr wiedersehen. Ich werde Dan nie mehr wiedersehen. Ich hab solche Angst, dass ich Dad nie mehr wiedersehen werde. Und ich weiß nicht, wie ich es überleben soll, nie mehr die Sonne wiederzusehen.“ – Seite 192

Die Geschichte ist eine Art Tagebuch. Miranda, die Protagonistin schreibt alles auf, was passiert in ihrer schwersten Zeit des Lebens. Nicht jeden Tag lesen wir einen Eintrag von ihr, doch annähernd. Auch wenn es bei den Tagen, an denen Miranda schreibt, immer wieder ein paar größere Lücken gibt, entstehen keine Lücken in der Geschichte selbst. Fortlaufend spannend und ereignisreich führt uns die Autorin in eine andere Welt, die ich manchmal auch in der Realität nicht loslassen konnte. Ich habe das Buch zur Seite gelegt und wusste plötzlich nicht mehr, ob diese Szenarien auch in der richtigen Welt aktuell sind. Das ist vollkommen verrückt, doch die Geschichte hat mich so in ihren Bann gezogen, dass ich mir nicht mehr sicher war, was Realität und was Fiction ist. Dies finde ich eine beachtliche Leistung der Autorin, denn sie hat es geschafft, dass ich der Geschichte literarisch gesprochen an den Lippen hänge.

Da Miranda die Geschichte aus ihrer Sicht schreibt, geht es vor allem um ihre Familie, um ihre Mutter und um ihre Brüder Jonny und Matt. Manchmal kommen außerdem ihr Vater und dessen Freundin Lisa vor, doch das sind meist nur Gedankenstücke. Weiterhin besucht Mirandas Familie oft Mrs Nesbitt, die seit vielen Jahren mit Mirandas Mutter befreundet ist. Alle Charaktere waren mir von Beginn an sympathisch. Anders ist es aber auch kaum vorstellbar, denn die Protagonisten müssen viele Monate auf kleinstem Raum zusammen verbringen. Natürlich gibt es immer wieder Streit, doch bald haben sie die Situation akzeptiert und gehen anders miteinander um. Das ist besonders bei Miranda und ihrer Mutter zu spüren.

„Aber heute ist kein Tag, um sich um die Zukunft zu sorgen. Es kommt sowieso, wie es kommen muss.“ – Seite 410

Insgesamt konnte mich die Geschichte durch und durch begeistern. Ich war regelrecht berauscht von der Gewalt der Worte, mit der die Autorin spielt. Es ist ihr gelungen, mich von der ersten Seite an zu begeistern und zu überraschen. Die Welt, wie wir sie kannten ist unglaublich spannend und traurig, doch die Protagonisten sind sehr stark. Eine wunderbare Mischung, die ans Herz geht.

6 Lesezeichen

Kommentare:

Emmily

Liebe Marie,

ich denke wirklich, dass das Buch etwas für mich sein könnte. Ich liebe Filme oder Bücher über Naturkatastrophen. Auf die Rezis der anderen beiden Bücher freue ich mich schon jetzt.

Liebe Grüße
Emm

Jasi Ich

Hallo liebe Marie! :)

Eine tolle Rezension!
Ich lese Katastrophenbücher sehr gerne und
dieses hier klingt wirklich spannend!
Kommt deshalb gleich auf meine Wunschliste! :D

Alles Liebe,
Jasi ♥

Marie

Liebe Emm,

das habe ich mir schon gedacht, weswegen ich es dir auch gleich vorgeschlagen habe. Es gibt noch zwei weitere Bände, allerdings gibt es immer andere Protagonisten. Ich bin gespannt, auf die folgenden Teile.

Liebe Grüße, Marie

Marie

Hallo Jasi,

vielen Dank für deinen Kommentar. Ich freue mich, dir ein Buch empfehlen zu können. Es ist wirklich sehr lesenswert und wenn du sowieso so gerne Katastrophenbücher liest, dann ist es ein absolutes Muss!

Liebe Grüße, Marie

Schreibe einen Kommentar