16. April 2016

Rezension: „Das Haus der vergessenen Bücher“ von Christopher Morley


Das Haus der vergessenen Bücher
Christopher Morley
Atlantik Verlag
254 Seiten
Roman
9,99 €

Endlich mal wieder ein Buch über Bücher und dann auch noch mit einem so tollen Cover. Die wohl bezauberndste Buchhandlung in New York nimmt den Leser mit auf eine wunderbare Reise, obwohl man eigentlich von einem Antiquariat sprechen muss.

Inhalt
Brooklyn, 1919. Roger Mifflin betreibt gemeinsam mit seiner Frau Helen ein Antiquariat in der Gissing Street, die Buchhandlung Parnassus, in der nicht nur die Geister der Weltliteratur durch die Gänge spuken. Zwischen vergessenen Schätzen und dichten Tabakschwaden arbeitet Mifflin an einem Buch, wenn seine Frau nicht da ist und auch sein Hund Bock ist immer dabei. Eines Tages erreicht Aubrey Gilbert die Buchhandlung Parnassus und fragt Mifflin, ob er eine Anzeige bei seiner Agentur schalten möchte, damit jeder auf sein Antiquariat aufmerksam wird. Mifflin lehnt dies bewusst ab, denn er weiß, dass die Lesenden seine Buchhandlung finden werden. Reden ist immer noch die beste Werbung. Doch Mifflin weißt Aubrey nicht von sich, sondern lädt ihn zum Essen ein und spricht mit ihm über seine Pläne. Von einem hohen Unternehmer, Mr. Chapman, hat er die Anfrage bekommen, seine Tochter bei sich aufzunehmen und ihr die Kunst des Buchhandels beizubringen, um sie auf den richtigen Weg zu bringen. Mifflin nimmt das Abenteuer an und begrüßt bereits einige Tage später Mrs. Titania Chapman, die sich sogleich in der Buchhandlung Parnassus wohl fühlt. Gemeinsam schmieden sie neue Pläne, bis plötzlich Carlyles Cromwell aus der Buchhandlung verschwindet. Das geschieht allerdings nicht zufällig. Aubrey beginnt, Mifflin auszuspionieren und trifft dabei auf das falsche Ende der Kette. Das Unheil nimmt seinen Lauf und schon bald müssen alle zusammenhalten, um aus dieser Katastrophe zu entkommen.

Gedanken
Das Haus der vergessenen Bücher ist eine Liebeserklärung an die Welt der Bücher. Ich lese unglaublich gerne Bücher über Bücher und konnte mich auch in diesem Fall nicht zurückhalten. Aufmerksam bin ich auf diesen Roman durch das Cover geworden. Zum einen ist der Titel sehr prägnant und zum anderen ist ein schwarzes Fahrrad darauf zu sehen mit Büchern. Daraufhin habe ich mir den Inhalt durchgelesen und entschieden, es zu kaufen. Erzählt wird die ganze Sicht aus der dritten Person, von dem allwissenden Erzähler, der das Geschehen wunderbar wiedergibt und die Gefühle der Protagonisten an den Leser weitergibt, wobei eine Menge bereits durch die Erzählung entsteht.

„Aus Büchern lernen die meisten von uns, wie lebenswert das Leben doch ist.“ – Seite 116

Christopher Morley zeigt dem Leser, wie besonders und berauschend Bücher sein können und dass das gedruckte Papier etwas Spannendes ist, welches es zu beschützen gilt. Sie lehren uns, was wir alles erreichen können, zeigen uns neue Möglichkeiten auf und ermutigen uns in dem, was wir tun. Durch sie wissen wir, dass das Leben nicht immer trostlos sein muss, und wenn es das doch einmal ist, wie wir aus dieser Lage wieder herauskommen und neue Kraft tanken können. Bücher erfüllen mich immer mit einem gewissen Stolz. Ich weiß, dass ich, wann immer ich möchte, in eine Welt tauchen kann, die mir genau das zeigt, was ich sehen möchte und was ich brauche. Bücher haben sehr viel Macht und geben einem ein tolles Gefühl.

„Liegt es daran, dass wahre Bücherfreunde nachtliebende Wesen sind, die sich nur aus dem Haus wagen, wenn Dunkelheit und Stille und der sanfte Glanz abgeschirmten Lichts sie unwiderstehlich zu den Büchern locken?“ – Seite 30

Die Geschichte um die Protagonisten Roger Mifflin, seine Frau Helen, Mr. Aubrey Gilbert, Mrs. Titania und ihr Vater ist spannend erzählt. Ich konnte sehr gut in die Handlung einsteigen und hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, etwas übersehen zu haben. Es gibt lustige und traurige Textstellen, doch alles in allem konnte mich der Autor überzeugen. Aufgefallen sind mir die vielen Rechtschreibfehler. Normalerweise sehe ich darüber hinweg, doch in diesem Fall waren es recht viele und daher ist es bei mir im Kopf hängen geblieben. Klar, Fehler können passieren, doch so viele müssen es wirklich nicht sein. Ich hoffe, dass das bei den folgenden Auflagen behoben wird.

Das Haus der vergessenen Bücher von Christopher Morley ist eine Liebeserklärung an die Welt der Bücher und aus diesem Grund schon lesenswert. Wer in die Geschichte eintaucht hat das berauschende Gefühl, mittendrin zu sein und die Ereignisse hautnah mitzuerleben. Die Charaktere sind wundervoll. Eine leichte Lektüre, die dir einige schöne Lesestunden bescheren wird.

5 Lesezeichen

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