3. April 2016

Rezension: „Anders – Der Thron von Tiernan“ von Wolfgang & Heike Hohlbein


Anders – Der Thron von Tiernan
Wolfgang und Heike Hohlbein
Heyne Verlag
444 Seiten
Fantasy
8,99 €

Das spannende Abenteuer von Anders und seinen Freunden geht weiter und nimmt in diesem Teil eine überraschende Wendung, die ich so nicht erwartet habe.

Inhalt 
Nachdem Anders sieben Monate in einer Eisfestung abgesessen hat, ist er endlich wieder in die Torburg zurückgekehrt. Doch niemand scheint glücklich darüber zu sein, dass er zurück ist. Die Festung hätte erst in ein paar Monaten schmelzen dürfen. Die Elder machen sich auf die Suche nach Spuren, denn alleine kann Anders nicht herausgekommen sein. Und tatsächlich haben die „Drachen“ ihm geholfen, doch warum, kann sich keiner erklären. Während Anders versucht, das erlebte zu vergessen, wird die weiße Elderstadt von einem Heer angegriffen, von einer gewaltigen Armee von Riesen, Trollen und Gnomen, Wiedergängern und Werwölfen, angeführt von einem schwarzen Reiter auf einem schwarzen Einhorn. Anders bleibt kaum Zeit, sich einen Fluchtplan zurechtzulegen, denn es wird jede helfende Hand gebraucht. Mit letzter Kraft schlagen sie das gewaltige Heer, doch für diesen Sieg haben sie eine Menge Verluste erlitten. Anders weiß, dass sie einem weiteren Angriff nicht standhalten können, doch auch Culain und die anderen Elder wissen, dass sie etwas tun müssen, um ihr Volk zu retten. Genau jetzt wittert Anders seine Chance und flieht, doch Lara besteht darauf, ihn zu begleiten und er gibt nach, wohlwissend, dass er mit ihr vielleicht eine reale Chance hat, durch die Ödlande zu fliehen. Doch auch hier lauert die Gefahr überall. Die „Drachen“ suchen die Umgebung nach Anders ab, doch er lässt sich nicht davon beeindrucken, sondern flieht gemeinsam mit Lara immer weiter, bis sie in einer Höhle landen, bewohnt von Wilden, von Trollen und anderen Kreaturen. Sie werden gefangen genommen und dem unheimlichen schwarzen Reiter vorgeführt, doch dann traut Anders seinen Augen kaum. Er kennt den Reiter, sogar sehr gut, doch was soll das ganze Blutvergießen?

Gedanken
Anders – Der Thron von Tiernan ist in gewisser Hinsicht anders als die vorherigen beiden Bände. Nachdem ich beim zweiten Band am Ende angekommen war, wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht, denn der Abschluss war sehr offen. Das ist mir schon beim ersten Teil aufgefallen und in diesem Teil ist es genauso. Ich finde es sehr gut, dass die Autoren dieses Merkmal durch die gesamte Reihe durchziehen. Wir haben es hier mit teilweise neuen Charakteren zu tun. Ein paar Hauptpersonen aus der Geschichte kommen hier gar nicht vor, doch ich bin sicher, dass sich das im vierten und letzten Teil wieder ändern wird – zumindest hoffe ich das.

Anders ist immer noch der Protagonist, doch es fällt nicht so sehr auf, dass er im Mittelpunkt steht, da es eine riesige Schlacht gibt zwischen den Eldern und ihrem Volk und den Wilden und ihrem Anführer. Diese Schlacht hat mich total an Der Herr der Ringe erinnert. Dort wird in Helms Klamm und Minas Tirith gekämpft und zwar mit ähnlichen Mitteln. Es gab Steinschleudern und Leitern und riesige Trolle. Kurz bevor die Schlacht entschieden war zugunsten der Angreifer, erscheinen die Helfer in allerletzter Sekunde und drehen den Ausgang des Kampfes. Genauso hat sich die Schlacht in dem Roman dargestellt und das finde ich etwas schade. Daher war mir vieles schon vorher bewusst, was nun passieren würde.

„Es ist immer leicht, ein Risiko einzugehen, wenn man nicht selbst den Kopf hinhalten muss.“ – S. 157

Der dritte Band ist weniger romantisch, dafür aber umso mehr packend und spannungsreich. Die Autoren wissen, wie man Massen anpackt und eine fantastische Geschichte zaubert. Ich bin wirklich unglaublich gespannt auf das Ende, den letzten Teil der Reihe, und freue mich hoffentlich auf ein Happy End, wobei ich mir gut vorstellen kann, dass es sehr traurig wird. Auf den letzten Seiten des dritten Bandes wurde es noch einmal sehr spannend und auch traurig.

„Seine Vergangenheit war zu Eis erstarrt und dann in unzählige Splitter zerborsten, die zu wild durcheinander wirbelten, um sie jemals wieder zu einem sinnvollen Bild zusammenfügen zu können.“ – S. 5

Die Seiten flogen nur so dahin und auch wenn die Schrift relativ klein war, wurde es nie anstrengend. Als Leser kann man dem Schreibstil der Autoren wunderbar folgen und hat keine Probleme, das Buch für ein paar Tage wegzulegen und dann erst weiter zu lesen. Der dritte Teil um Anders ist ebenso spannend, dennoch nicht so sehr romantisch, wie die vorherigen Bände, was der Geschichte aber keineswegs schadet. Ich bin gespannt auf das Finale.

6 Lesezeichen

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