13. März 2016

Rezension: „Darm mit Charme“ von Giulia Enders


Darm mit Charme
Giulia Enders
Ullstein Verlag
271 Seiten
Sachbuch
16,99 €

Der Darm ist das schwarze Schaf unter den Organen, doch genau hier liegt das Fachgebiet der Autorin Giulia Enders. Lustig, lässig und lehrreich erklärt sie, welch ein komplexes und wunderbares Organ der Darm ist.

Inhalt
Unser Darm ist ein wundervolles Wesen mit viel Sensibilität, Verantwortung und auch Leistungsbereitschaft. Wenn wir ihn gut behandeln, gibt er uns Gutes zurück und bedankt sich dafür. Er hat das größte Nervensystem nach dem Gehirn und Allergien, Übergewicht und unsere Gefühle sind eng mit dem Bauch verknüpft. „Wie geht kacken?“ ist eine Frage wert, denn es ist spannend zu erfahren, welche Sensoren und Vorgänge von Nöten sind, damit wir uns in unserem Körper wohl fühlen. Sitze ich richtig auf dem Klo? Wie sieht der Eingang zum Darmrohr aus und vor allem, wie ist der Darm aufgebaut? Während der Gang durch die Speiseröhre teilweise noch zu spüren ist, merken wir von dem weiteren Verlauf unseres Essens nichts mehr. Magen, Dünndarm, Blinddarm und Dickdarm sind Organe, die eigenständig arbeiten und uns helfen, das Essen wohlgesonnen zu verdauen und zu verarbeiten. Was essen wir wirklich? Müssen wir auf alles achten? Gesund und ungesund. Was verstehen wir darunter und sollten wir Süßigkeiten am besten einfach weglassen? Im 21. Jahrhundert haben so viele Menschen Allergien, Unverträglichkeiten und Intoleranzen, wie noch nie, allen voran die bekanntesten, wie Glutensensitivität und Laktose- und Fruktose-Intoleranz. Das Nervensystem des Darms ist so vielseitig und aufwendig gestaltet, wobei die Welt der Mikroben eine besonders große Rolle spielt. Der Mensch besteht aus unzähligen Bakterien, wobei einige schlecht sind, viele aber auch gut und uns bei der Nahrungsaufnahme und anderen Vorgängen helfend zur Seite stehen. Die Mikrobiologie ist das Thema, welches Giulia Enders am meisten begeistert und das zu Recht.

Gedanken
Darm mit Charme ist ein Sachbuch, dass ich mir gekauft habe, nachdem ich mehr oder weniger zufällig auf den „Science-Slam“ von Giulia Enders gestoßen bin und gleich begeistert war. Auch mich interessiert die Biologie, und vor allem die Mikrobiologie, obwohl ich mich nicht allzu oft damit beschäftige.

„Schaut man sich uns Menschen näher an, stellt man fest, dass jeder von uns wie eine eigene Welt ist. Die Stirn ist eine luftige kleine Wiese, der Ellbogen ein trockenes Ödland, die Augen sind salzige Seen und der Darm ist der abgefahrenste, riesigste Wald mit den unfassbarsten Kreaturen. So wie wir Menschen den Planeten bewohnen, werden auch wir besiedelt.“ – S. 153

Es ist erstaunlich, auf welche witzige und doch interessante Weise die Autorin hier ihre Erkenntnisse niederschreibt und an den Leser bringt. Auch wenn es ein Sachbuch ist, erscheint es teilweise wie ein Roman. Giulia Enders schreibt das Thema so, dass jeder das Ganze verstehen kann und sich ein Bild machen kann von seinem eigenen Körper, denn genau darum geht es eigentlich. Meiner Meinung nach lernt man seinen Körper und sich selbst dadurch viel besser kennen und kann viel mehr auf ihn eingehen. Was braucht man, um sich gesund und ausgewogen zu ernähren? Was braucht der Körper, wenn er krank ist? Es hilft einem sehr, sich selbst zu verstehen, wenn man weiß, was mit den Organen passiert und auch vor allem mit dem Darm.

„Wie wichtig ist uns unsere Innenwelt, und welche Kompromisse gehen wir ein, um mit der Außenwelt gut klarzukommen?“ – S. 22

Ein interessantes und gut verpacktes Buch mit Illustrationen, die den Inhalt noch einmal verdeutlichen und somit für ein gutes Verständnis sorgen. Es ist und bleibt ein Sachbuch, daher wenig Spannungsaufbau, was auch ausschlaggebend ist für die 4 Lesezeichen. Allerdings kann man diese Lektüre gar nicht wirklich mit einem richtigen Roman vergleichen. Ich empfehle es allen, die gerne mehr über ihren Körper erfahren möchten und wissen möchten, wie kacken geht.

Alles Liebe,
Eure Marie

Kommentare:

Lioba

Das Buch hab ich auch bei mir im Regal stehen. Sogar schon zu zwei Dritteln gelesen. Aber ich musste es immer nach ein paar Seiten wieder weglegen, weil es so viele Infos enthält. Und wenn ich ein Buch mal weggelegt hab, dann kann es durchaus vorkommen, dass ich gar nicht mehr daran denke. Egal wie gut es geschrieben ist. Werde es demnächst wohl mal wieder zur Hand nehmen ;)

LG Lioba

Marie

Das ist mir bisher nur bei einem Buch passiert und zwar bei Ken Folletts „Die Säulen der Erde“. Sonst lese ich Bücher immer bis zum Ende durch... :)

Alles Liebe, Marie

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