2. Februar 2016

Rezension: „Anders – Die tote Stadt“ von Wolfgang & Heike Hohlbein


Anders – Die tote Stadt
Wolfgang & Heike Hohlbein
Heyne Verlag
432 Seiten
Fantasy
8,95 €

Vor Jahren habe ich mir dieses Buch in Erfurt gekauft und seitdem nicht mehr gelesen. Es ist eine Reihe mit vier Büchern, wovon ich lediglich das schon einmal gelesen habe und nun auch die anderen Teile in Angriff nehmen möchte.

Inhalt
Endlich Ferien, denkt sich der 16-jährige Anders. Ein paar schöne Wochen mit seinem Vater an der Ägäis verbringen und seinem einzigen richtigen Freund Jannik, dem Bodyguard seines Vaters. Doch der Traumurlaub wird zur Katastrophe. Nach einem Absturz der Cessna landen sie in einer gewaltigen Ruinenstadt aus Stein und Metall, eine bizarre Welt mit grausamen Regeln. Als Jannik erschossen wird, ist Anders auf sich alleine gestellt. Dann begegnet er Katt, dem Katzenmädchen, und ihrer Sippe, die alle halb Mensch, halb Tier sind, mal mehr Mensch, oft aber auch hauptsächlich Tier. Anders ist geschockt und weiß nicht, was er davon halten soll, doch zunächst hat er keine Zeit, dich groß darüber Gedanken zu machen, denn Katt und er werden von Fressern verfolgt, die mit Sensoren zu arbeiten scheinen. Anders weiß nicht mehr, wo er sich befindet und was es mit der geheimen Stadt auf sich hat, die sich tief in einem Berg verbirgt. Er wünscht sich, das Ganze wäre nur ein Albtraum, doch das ist es leider nicht. Bei Katts Sippe angekommen, ist das Misstrauen ihm gegenüber groß, denn auch die Tiermenschen haben einen wie ihn noch nie lebend gesehen. Doch plötzlich gerät das Leben aller aus den Fugen und unternimmt fast eine 180 Grad Drehung. Es ist nichts mehr so wie vorher, und Anders weiß, dass er daran Schuld ist. Am liebsten würde er sofort wieder fliehen, doch er fühlt sich zu Katt hingezogen und möchte und kann sie nicht alleine lassen. So nimmt das Unglück seinen Lauf.

Gedanken
Anders – Die tote Stadt ist ein spannender und abwechslungsreicher Fantasyroman, der mich von vorne bis hinten überzeugt hat. Schon der Klappentext verspricht eine gute Unterhaltung und ich wurde nicht enttäuscht. Anders ist ein überdurchschnittlich begabter, 16-jähriger Junge, der seine Ferien gerne mit seinem Vater verbringen möchte, da er ihn sonst eigentlich nie zu Gesicht bekommt. Sein Freund Jannik holt ihn daher ab und gemeinsam wollen sie zum Schiff fliegen, doch bereits am Flughafen läuft einiges schief. Im Flugzeug lauern ihnen zwei Männer auf, die sie dazu zwingen, sofort das Flugzeug zu starten und einen ganz anderen Kurs zu nehmen, als eigentlich geplant. Dadurch gelangen sie in das dunkle Gebirge, in dem plötzlich ein riesiges Unwetter herrscht und das Flugzeug zum Absturz bringt. Unfreiwillig gelandet bringen sie sich erstmal in Sicherheit, doch das hilft nichts. Die Menschen, die seltsame Anzüge tragen, sind ihnen dicht auf den Fersen und erwischen Jannik. Anders muss sich nun alleine durchschlagen, begegnet aber kurz darauf dem Katzenmädchen Katt, die sie sicher auf die andere Seite der Stadt bringt, die nicht so gefährlich ist. Dort angekommen glaubt Anders seinen Augen nicht zu trauen – eine riesige, sprechende Katze taucht plötzlich vor seinem Gesicht auf und das ist noch nicht alles. Er wünscht sich, in einem schlechten Albtraum gelandet zu sein, doch er weiß, dass es die Realität ist.

„Es konnte ihm gleich sein, ob Katt ihm glaubte oder nicht, aber die Gefahr bestand vielleicht gerade darin, dass sie ihm glaubte. Vielleicht war er ja nicht der Einzige, der die Wahrheit nur in homöopathischen Dosen vertrug.“ – S.184f.

Besonders gefallen hat mir an diesem Roman, wie unglaublich seltsam und doch real alles erschien, was wahrscheinlich auch daher kam, dass Anders ein Mensch ist, und nur alle anderen eher Tiere als Menschen. Das ist so komisch, aber halt auch wieder so typisch für Fantasy.

Von der ersten Seite an hat mich die Geschichte mitgerissen und fasziniert, was mir mit Fantasyromanen eher selten gelingt. Immer wieder hat mich die Handlung gefesselt und das Ende ist der Wahnsinn. Es fordert den Leser gerade dazu auf, den nächsten Teil gleich in die Hand zu nehmen und weiter zu lesen, damit man endlich erfährt, was mit Anders und Katt passiert. Der Schreibstil der Autoren Wolfgang und Heike Hohlbein ist grandios und trägt dazu bei, dass der Leser das gesamte Geschehen sofort vor Augen sieht. Die Charaktere sind sehr gut gewählt und jeder ist für sich einzigartig. Eine bunte Mischung aus Menschen und Tieren, wobei das tierische überwiegt.

Die Handlung wird aus der Sicht des allwissenden Erzählers berichtet, der sich jedoch ganz intensiv mit Anders beschäftigt und das Geschehen hauptsächlich aus seiner Sicht beschreibt. Was er erlebt, wen er kennenlernt...

Alles in allem ist dieser Fantasyroman einer von der sehr guten Sorte. Gute Handlung, wunderbare Charaktere, toller Schreibstil. Spannend und trotzdem gefühlvoll, wenn es um Szenen mit Anders und Katt geht, schreiben die Autoren eine Geschichte, die ein bisschen verrückt ist, aber dennoch unbedingt lesenswert und absolut zu empfehlen! Ich vergebe für diese Leistung 6 Lesezeichen.

Alles Liebe,
Marie

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