26. Dezember 2015

Rezension: „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak


Die Bücherdiebin
Markus Zusak
cbt Verlag
586 Seiten
Roman
9,95 €

Dieser Roman spielt in Deutschland, im Jahr 1939 und später, als sich das Land unter der Diktatur von Hitler befindet und der Krieg über das Land zieht.

Inhalt
Liesel Meminger sieht den Tod zum ersten Mal, als ihr Bruder im Zug auf dem Weg zu Pflegeeltern stirbt. Neben den Gleisen wird er beerdigt und dort stiehlt Liesel ihr erstes Buch, das Handbuch für Totengräber. Mit diesem Buch ist ihre tiefe Liebe zu Büchern und Worten geweckt. Als sie in der Himmelstraße 33, in Molching, bei ihren Pflegeeltern ankommt, möchte sie am liebsten sofort wieder nach Hause, doch Hans Hubermann, ihr „neuer“ Papa, lockt sie mit seiner Stimme und seiner Sanftheit. An Rosa Hubermann muss sich Liesel erst einmal gewöhnen, doch nach einiger Zeit schafft sie es. Helfen tut ihr dabei Rudi, der Nachbarsjunge mit zitronengelbem Haar. Gemeinsam verbringen sie die Nachmittage Fußball spielend in der Himmelstraße, bis Hans und Rosa einen jüdischen Faustkämpfer bei sich aufnehmen, wohlwissend, dass das für sie alle den Tod bedeuten kann. Liesel verpflichtet sich zu absolutem Schweigen, sogar Rudi gegenüber. In dieser Zeit stielt Liesel weitere Bücher aus der Bibliothek des Bürgermeisters, denn ihr Papa hat ihr das Lesen und Schreiben beigebracht. Im Keller und in den Nächten haben sie viel Zeit verbracht und nun kann Liesel einfach nicht mehr aufhören. Sie weiß, dass sie nicht stehlen darf und dass sie nicht erwischt werden darf, aber sie kann ihre Finger nicht davon lassen und macht immer weiter. Gemeinsam mit dem jüdischen Faustkämpfer, Max, liest sie die Bücher und schenkt ihm so ein Stück ihres Herzens. Dann kommen die Bomben. Molching bleibt verschont, doch jedes Mal ist die Angst wieder da. Ein paar Häuser weiter befindet sich der Keller der Fiedlers, der als Luftschutzraum der Himmelstraße dient und in dem Liesel ebenfalls ihre Geschichten vorliest. Sie begreift immer mehr und als ihr Papa in den Krieg muss, zerbricht sie. Auch Rudis Vater wird eingezogen. Zusammen durchleben sie die alten Zeiten, als Liesel in der Himmelstraße ankam. Ein weiteres Mal kommen die Bomben, doch dieses Mal bleiben die Sirenen aus...

Gedanken
Die Bücherdiebin lese ich nun bereits zum sechsten Mal und jedes Mal bin ich am Ende geschockt, traurig und wütend. Der Roman hat eine Kraft, wie selten ein Buch und immer wieder stelle ich fest, das Bücher die Macht haben, Leben zu verändern.

Das Buch wird aus der Sicht eines allwissenden Erzählers berichtet und durchbrochen mit Passagen, die der Tod erzählt, der seinen Gedanken nachhängt und über das nachdenkt, was passiert. Außerdem eröffnet er uns seinen Charakter und wie schwer seine Aufgabe ist. Der Roman beginnt und endet mit der Erzählung des Todes, was die ganze Geschichte rund macht und vollkommen. Die Handlung spielt zur Zeit des Nationalsozialismus und prägt die Geschichte. Der Tod schiebt Erklärungen und andere Dinge ein, damit der Leser sofort begreift um was es geht und wie die Zusammenhänge sind.

„Und die Bücherdiebin liest und liest wieder und wieder ihren letzten Satz, viele Stunden lang. [...] Ich habe die Worte gehasst, und ich habe sie geliebt, und ich hoffe, ich habe sie richtig gemacht.“ – S. 563

Liesel ist die Person, mit der wir am Häufigsten konfrontiert werden und über die wir am meisten erfahren. Sie ist diejenige, die dem Tod zweimal entschlüpft ist und sie ist die Bücherdiebin. Sie stiehlt die Bücher und liest sie. Mit ihnen lernt sie das Lesen und Schreiben und durch die Bücher erfährt sie Freude und Geborgenheit, die sie an andere Menschen weitergibt.

Rudi ist ihr bester Freund, mit dem sie alles unternimmt und den sie fast jeden Tag sieht. Mit ihm stiehlt sie Bücher, Essen und andere Dinge. Er hat ein Buch von ihr aus einem eiskalten Fluss geborgen, hat sie aufgemuntert, wenn sie traurig war. Sie sind zusammen um die Wette gelaufen und haben sich über wichtige Dinge unterhalten. Gemeinsam haben sie Brot für die Juden ausgelegt und Rudi hat sie gerettet, als sie eine große Dummheit begehen wollte. Rudi hat sich einen Kuss von Liesel gewünscht und den hat er auch bekommen, jedoch anders, als er erwartet hat.

Hans und Rosa Hubermann sind Liesels Pflegeeltern, die neue Mama und der neue Papa, mit denen Liesel jedoch gut zurechtkommt und die ihr am Ende mehr bedeuten, als alles andere.

Alle Charaktere sind besonders und jeder für sich einzigartig. Ich habe mich besonders in Liesel verliebt, denn sie ist ein wunderbares Mädchen, dass Bücher stiehlt, wobei sie immer darauf achtet, nur eins zur Zeit mitzunehmen. Ein Buch über Bücher ist immer etwas spannendes und in dieser Geschichte hat der Autor alles richtig gemacht, was man nur richtig machen kann.

„Draußen pfiff die Welt. Der Regen war fleckig.“ – S. 563

Auf den Seiten gibt es viele kurze Sätze, die jeder für sich bei dem Leser einschlagen. Der Schreibstil ist einprägsam. Die kurzen Sätze sind immer passend. Niemals ist ein Wort zu viel vorhanden und ruhig führt uns der Autor durch die Geschichte. Mit vielen Farben ist die Handlung ausgeschmückt. Ich habe mich als Leser sehr wohl gefühlt. Markus Zusak glänzt mit einer Geschichte, in der ein junges Mädchen die Hauptrolle spielt und mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Ich würde das Buch am liebsten noch einmal lesen und darin versinken.

Mich hat Die Bücherdiebin verzaubert und ich bin sicher, dass es euch ebenfalls in den Bann ziehen wird. Ich vergebe 6 Lesezeichen.

Eure Marie

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