26. Dezember 2014

[Rezi] Das Labyrinth der Träumenden Bücher – Walter Moers

Titel: Das Labyrinth der Träumenden Bücher
Autor: Walter Moers
Verlag: btb
Erscheinungsjahr: 2013
Genre: Fantasy
Band: Teil II
ISBN: 978-3-442-74617-0
Lesevergnügen: 427 Seiten
Preis: 14,99€
Einband: Taschenbuch
Bewertung: 3 Lesezeichen

Beginn:
"Hier geht die Geschichte weiter."

Inhalt:
Nachdem Hildegunst von Mythenmetz aus den Katakomben, dem Labyrinth von Buchhaim, fliehen konnte, ist er zurück auf die Lindwurmfeste gekehrt, seiner Heimat. Er ist ein erfolgreicher Schriftsteller geworden und möchte nun etwas ruhen. Über zweihundert Jahre später, wird Mythenmetz klar, wie er sich verändert hat. Plötzlich hält er, wie vor vielen Jahren, ein Manuskript in den Händen, welches ihm mal wieder die Sprache verschlägt. Ihm wird klar, wie egoistisch und überheblich ihn der Erfolg gemacht hat und dass er nicht einmal bemerkt hat, dass ihn das Orm schon lange nicht mehr durchströmt. Dieses Manuskript befördert ihn auf brutale Weise wieder in die Wirklichkeit und hier geht die Geschichte weiter.
Mythenmetz begibt sich auf den Weg nach Buchhaim, um herauszufinden, von wem das Schriftstück stammt, aber dieses Mal möchte er vieles anders machen und vorsichtiger sein. Die Stadt der Träumenden Bücher ist abgebrannt, doch sie wurde wieder aufgebaut. Mythenmetz ist überwältigt und die Erinnerungen holen ihn ein. Die Stadt hat sich sehr verändert und es sind neue Kulturen entstanden, die auf ihn erst einmal fremd wirken. Er sucht sich ein Zimmer in einer Pension und sucht das Antiquariat von Hachmed Ben Kibitzer auf, dem er schon vor zweihundert Jahren vertraut hat. Dort trifft er auf die Schreckse Inazea Anazazi und möchte auf der Stelle wieder hinaus, doch dann wäre sein weiter Weg umsonst gewesen. Zunächst unterhalten sie sich und Kibitzer kommt sogleich auf ein Anliegen zu sprechen, welches ihm sehr am Herzen liegt – sein Testament. Darin vermacht er Mythenmetz alle Briefe, die er geschrieben, jedoch nie abgeschickt hat und Anazazi sein gesamtes Antiquariat. Kibitzers Tod trifft Mythenmetz sehr, doch durch die Schreckse wird er abgelenkt. Sie begleitet ihn in das Puppentheater des Puppaecircus Maximus, welches sehr beliebt ist. Mythenmetz ist skeptisch, doch nach Vorstellungsende möchte er alles über den Puppetismus wissen, der eine Art Revolution in Buchhaim darstellt. Er vertieft sich in das Studium dieser Kultur und bittet um eine Audienz bei Moestro Corodiak, dem Leiter des Puppaecircus Maximus, welche er auch bekommt. Er kann nicht glauben, was er dort erfährt. Es ist Puppetismus in höchster Vollendung, was nur ein Genie vollbringen kann. Noch nie hat ihn ein Theaterstück derart mitgenommen. Corodiak verschafft ihm eine Karte für das Unsichtbare Theater, doch es ist nicht das, was es zu sein scheint. Es findet ihn den Katakomben statt. Mythenmetz hat sich geschworen, nie wieder einen Fuß in das Labyrinth zu setzen, doch nun muss er sich entscheiden, ob er sich überwinden kann oder nicht. Schließlich geht er doch hinein und läuft geradewegs in die Falle...

Ort des Geschehens:
Das Labyrinth der Träumenden Bücher spielt zunächst auf der Lindwurmfeste, der Heimat von Hildegunst von Mythenmetz. Nachdem er sich aufmacht, den Verfasser des Manuskriptes zu suchen, geht er nach Buchhaim, in die Stadt der Träumenden Bücher, wo sich die weitere Handlung des Buches abspielt. Die Geschichte endet in den Katakomben.

Meine Meinung:
Vor einigen Monaten habe ich den ersten Teil der Reihe nochmal gelesen, weil ich nicht mehr genau wusste, was in dem Buch passiert. Jetzt habe ich den zweiten gelesen und war sehr enttäuscht. Band I ("Die Stadt der Träumenden Bücher") habe ich angehimmelt. Es passte einfach alles: Charaktere, Handlung, Ort des Geschehens... Es ging um tausende Bücher und um die Katakomben, das Labyrinth von Buchhaim. Mythenmetz konnte mithilfe des Schattenkönigs aus den Katakomben fliehen. Hier setzt der zweite Teil an, dachte ich. Aber leider stimmt das nicht. Band II spielt zweihundert Jahre später und berichtet hauptsächlich über nebensächliche Dinge, die, wie ich momentan finde, überflüssig sind. Es wird zunächst darüber geschrieben, wie Mythenmetz in das Labyrinth gelangte, was jedoch alles in Band I ausführlich und wunderbar erklärt wird. Nachdem der Protagonist den Puppaecircus Maximus besucht hat, möchte er sich dem Studium des Puppetismus widmen und ich als Leser habe wie die Hauptperson alles darüber erfahren. Alle seine Gedanken sind für den Leser frei zugänglich. Das ist an sich nicht schlecht, doch dadurch habe ich mich sehr gelangweilt und die Geschichte nahm plötzlich einfach kein Ende mehr. Ich habe mich auch gefragt, was das Ganze mit Buchhaim zu tun hat. Ich hoffe, alles über den Puppetismus erfahren zu haben, hilft mir im letzten Teil der Reihe.
"Und sie handelt von Büchern. Von Büchern der verschiedensten Art, von guten und schlechten, lebenden und toten, träumenden und wachen, wertlosen und kostbaren, harmlosen und gefährlichen. Und von solchen, bei denen man nicht ahnt, was in ihnen steckt. Bei deren Lektüre einen jederzeit eine Überraschung ereilen kann – besonders dann, wenn man am wenigsten damit rechnet." – S.9
In gewisser Weise stimmt dieses Zitat. Ich habe nämlich nicht damit gerechnet, dass diese Lektüre lediglich eine Ouvertüre zum letzten Band ist. Es passierte wirklich gar nichts auf den gesamten 427 Seiten und das fand ich so schade.
Mythenmetz als Charakter mag ich immer noch und die Geschichte begann wunderbar, doch sie kam nicht in Schwung. Ich habe nur ein schönes Zitat (und das auch nur am Anfang) gefunden. Schade eigentlich. Aber ich muss dazu sagen, dass ich bereits gewarnt wurde. Eine Freundin hat mir gesagt, dass dieser Teil nur eine Ouvertüre ist und dass ich mit dem Lesen noch warten soll, bis der letzte Teil draußen ist, aber wenn mir jemand so was sagt, dann weiß ich, dass ich es vorher lesen werde.
Natürlich hat mir das Buch trotzdem gefallen, denn an einigen Stellen hat man schon gemerkt, dass es eine Fortsetzung ist. Ich hoffe nur, dass Band III an Band II anknüpft und das Gelesene nicht umsonst war.

Résumé:
Wer "Die Stadt der Träumenden Bücher" gelesen hat, der wird auch die folgenden Teile lesen wollen. Daran möchte ich niemanden hindern, denn die Geschichte ist toll. Ihr solltet allerdings bedenken, dass "Das Labyrinth der Träumenden Bücher" (Band II) nur eine Ouvertüre, ein Überlang, zum letzten Teil darstellt. Daher bitte ich euch: Wartet auf den letzten Teil und lest dann erst diese Lektüre!
Die Charaktere sind toll und das Buch lässt sich gut lesen. Zum Ende hin wird es eintönig und langwierig und es fehlt der Zusammenhalt zum ersten Band. Daher vergebe ich hier nur 2 Lesezeichen.

Marie

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