5. November 2014

[Rezi] Der Mitternachtspalast – Carlos Ruiz Zafón

Titel: Der Mitternachtspalast
Originaltitel: El Palacio de la Medianoche
Autor: Carlos Ruiz Zafón
Verlag: Fischer Jugendbuch
Erscheinungsjahr: 2010
Genre: Jugendbuch, Spannung
Band: Einzelband
ISBN: 978-3-8414-4002-0
Lesevergnügen: 393 Seiten
Preis: 18,95 €
Einband: Hardcover
Bewertung: 6 Lesezeichen

Beginn:
"Nie werde ich die Nacht vergessen, in der es schneite über Kalkutta."

Inhalt:
Ben ist gerade sechzehn geworden und gemeinsam mit seinen Freunden kann er nun das Waisenhaus verlassen, in dem er aufgewachsen ist. Die geheime Chowbar Society, die sie gegründet haben, trifft sich noch einmal zum Abschied, denn die Freunde sind dich sicher, dass sie sich danach nie mehr wieder sehen werden. Bei der Abschiedsfeier treffen sie plötzlich auf eine alte Frau mit einem jungen Mädchen, Sheere. Ben ist sofort fasziniert von Sheere und lädt sie in die Chowbar Society ein. Um aufgenommen zu werden, muss sie eine Geschichte erzählen und das tut sie. Doch ihre Großmutter ist nicht sehr erfreut zu hören, wen Sheere getroffen hat, denn sie trägt ein Geheimnis mit sich herum, seit 16 Jahren. Als die Freunde dahinterkommen, was Ben und Sheere verbindet, befinden sie sich bereits mitten in einem Strudel, der sie in die Vergangenheit Kalkuttas bringt. Ein Schatten aus der Vergangenheit hat es auf das Leben von Ben und Sheere abgesehen und schon bald wird er zuschlagen. Alle befinden sich in großer Gefahr und am Ende kann es nur einen Gewinner geben – die Chowbar Society oder der Schatten.

Ort des Geschehens:
Der Mitternachtspalast spielt im Jahre 1932 in Kalkutta. Ben und seine Freunde, Sheere eingeschlossen, sind 16 Jahre alt und dort beginnt die Geschichte. Jedoch gibt es immer wieder Rückblenden und Erzählungen, die die Vergangenheit ans Licht bringen und somit die Handlung zum Laufen bringen.

Meine Meinung:
"Der Mitternachtspalast" ist ein weiterer Jugendroman des Autors Carlos Ruiz Zafón, der unter anderem mit seinem Buch "Der Schatten des Windes" in Deutschland bekannt geworden ist. Ich habe alle seine Bücher im Regal stehen und bis auf eines alle gelesen. Auch diese Lektüre lese ich nicht zum ersten Mal, aber es ist jedes Mal wieder ein Abenteuer, welches wir gemeinsam mit Ben und seinen Freunden erleben dürfen. Wortgewaltig und wunderschön schreibt Zafón ein Buch, welches nicht nur Jugendliche bereichert, sondern auch Erwachsene.
"Unsere Nachforschungen in der Vergangenheit hatten uns eine grausame Lektion erteilt und uns gezeigt, dass das Leben ein Buch war, dessen Seiten man besser nicht zurückblätterte; ganz gleich, welchen Weg wir einschlugen, nie würden wir selbst über unser Schicksal bestimmen." – S. 298
Der Mitternachtspalast ist der geheime Treffpunkt der Showbar Society. Dort wird ebenfalls die Abschiedsfeier abgehalten, bei der die Freunde Sheere kennen lernen. Doch das Ende ihrer Zeit im Waisenhaus ist gleichzeitig der Anfang eines Abenteuers, welchem sich die Freunde stellen. Ihr Spruch: "Alle für einen, einer für alle!". Nachdem Ben zum ersten Mal den brennenden Zug mit den schreienden Kindern gesehen hat, glaubt er, geträumt zu haben. Wenig später explodiert das Büro des Leiters des Waisenhauses und verliert sein Augenlicht. Er teilt Ben mit, sich auf den weg zu Aryami Bosé zu machen, Sheeres Großmutter. Zusammen wollen sie die Wahrheit erfahren. Wer ist der geheime Schatten, der sich Jawahal nennt und was hat all das mit Sheeres Vater zu tun, der ein bedeutender Architekt gewesen ist? Aryami Bosé sagt den Freunden zunächst nicht die Wahrheit, in der Hoffnung, sie damit schützen zu können, doch das erweist sich als ein Fehler...

Der Leser steigt sofort in die Handlung ein. Der Autor wartet nicht lange und reißt die Spannung schon auf den ersten Seiten nach oben und steigert sie immer weiter, bis sie am Ende ihren Höhepunkt erreicht. Innerhalb weniger Stunden kann erfahren, wie das Buch ausgeht und wenn man so weit gekommen ist, möchte man es auch unbedingt wissen. Man kann und möchte nicht mehr warten. An einigen Stellen hat mir der Erzählstil des Autors einen Schauer über den Rücken gejagt und habe die Seiten nur so überflogen.
"Es gab eine Zeit in meinem Leben, da glaubte ich, nichts sei stärker als die Liebe. Und ja, die Liebe ist eine Macht, aber verglichen mit der Macht des Hasses ist sie nichtig und klein." – S. 161
Hass und Liebe liegen nah beieinander und auch hier bekommt man das zu spüren. Es geht um Liebe, aber wie das Zitat passend beschreibt, ist die Macht des Hasses sehr viel größer. Die Charaktere sind wie immer einzigartig und die Orte, an denen das Geschehen spielt, magisch. Sie haben immer eine besondere Bedeutung und Zafón versteht, diese Wirkung einzusetzen. Auch wenn "Der Mitternachtspalast" ein Jugendbuch ist, so zögere ich nicht, es auch Erwachsenen ans Herz zu legen. Die Geschichte ist wunderbar spannend und gruselig. Nebenbei spielt die Liebe noch eine große Rolle. Durch den leichten Schreibstil ist es möglich, die Lektüre an zwei Tagen durchzulesen. Wer schnell ist, schafft es auch an einem Tag.

Résumé:
Spannend, magisch und wunderschön schreibt Carlos Ruiz Zafón einen weiteren Roman der Extraklasse. Ich empfehle dieses Buch allen Lesern und bin mir sicher, dass es euch gefallen wird! Ich vergebe 6 Lesezeichen.

Marie

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