21. September 2014

[Rezi] Der Sommer der Blaubeeren – Mary Simses

Titel: Der Sommer der Blaubeeren
Originaltitel: The Irresistible Blueberry Bakeshop & Café
Autorin: Mary Simses
Verlag: blanvalet
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Roman, Liebe
Band: Einzelband
ISBN: 978-3-442-38217-0
Lesevergnügen: 414 Seiten
Preis: 9,99 €
Einband: broschiert
Bewertung: 6 Lesezeichen

Beginn:
"Stehen bleiben, das ist gefährlich!" Ich hörte jemanden schreien, aber es war zu spät.

Inhalt:
Ellen Branford, eine erfolgreiche Anwältin aus New York, reist nach Beacon, einen abgelegenen Küstenort, um dem letzten Wunsch ihrer verstorbenen Großmutter zu erfüllen. Sie soll einen Brief an Chet Cummings überbringen und hofft, schnell wieder zu Hause zu sein, denn dort sind alle damit beschäftigt, die Pläne für Ellens Hochzeit auszuarbeiten. Ihre Vorstellungen zerschlagen sich allerdings sehr schnell, denn schon am ersten Tag in Beacon bricht sie auf einem Pier ein und wird von einem fremden Mann aus dem Meer gerettet – Roy Cummings. Ellen versucht, das Geschehene zu verarbeiten und zu vergessen, doch immer wieder läuft sie Roy über den Weg und immer wieder gerät sie in eine Situation, aus der er ihr heraushilft. Ihr ganzes Leben scheint Kopf zu stehen, denn plötzlich sind ihr die ganzen Kalorien egal, wo sie vorher so auf eine gesunde Ernährung geachtet hat. Nicht zu vergessen der Grund für ihre Reise. Sie findet Dinge über ihre Großmutter heraus, mit denen sie niemals gerechnet hätte. Als sie erfährt, dass Chet Cummings bereits tot ist und Roy sein Neffe ist, ist die Enttäuschung erst einmal groß, doch auch er bleibt nicht untätig und findet alte Briefe von seinem Onkel. Sie erfahren, was damals in Beacon passiert ist. Ellen erfährt außerdem, dass ihre Großmutter eine sehr talentierte Malerin gewesen ist. Jetzt weiß sie, woher ihre Gran so viel über die Fotografie und den Umgang mit Objekten wusste und sie kann es gar nicht richtig glauben. Als ihr Verlobter Hayden nach Beacon kommt, ist Ellen sich ihrer Gefühle nicht sicher. Sie liebt Hayden, aber auch für Roy empfindet sie etwas. Hin und her gerissen entscheidet sie sich für Hayden, doch dann kommt Hilfe von unerwarteter Seite und alles läuft ganz anders, als sie es sich vorgestellt hat.

Ort des Geschehens:
"Der Sommer der Blaubeeren" spielt in Beacon, Maine, einem abgelegenen Küstenort, im Sommer. Die Blaubeeren wachsen auf den Feldern an Büschen und die Sonne brennt auf den kleinen Ort. Die Autorin beschreibt den Ort und auch die Farm, die der Familie Cummings gehörte sehr genau und der Leser bekommt einen detaillierten Einblick in die Atmosphäre.

Meine Meinung:
Dieses Buch habe ich vorher auf vielen, vielen Blogs gesehen und es hat dort sehr viel positive Resonanz bekommen. Das Cover fand ich sofort wunderschön und als ich mir den Roman in der Buchhandlung angesehen habe, musste ich es gleich mitnehmen. Da ich es auch nicht mehr abwarten konnte, zu erfahren, wie die Geschichte ist und wie die Charaktere sind, habe ich "Der Sommer der Blaubeeren" kurzerhand dazwischen geschoben. Ich bin sehr froh, dies getan zu haben, denn es ist eine wahnsinnig tolle Lektüre, die ich garantiert noch öfter lesen werde.
"Das Allerwichtigste", begann sie und zeigte mit ausgestrecktem Arm auf die Skyline vor uns, "ist die Bildkomposition – das, was deine Augen zu fotografieren aussuchen. Was ins Bild kommt und was ausgeklammert wird." Sie zeigte auf die Kamera. "Wenn du durch diesen Sucher guckst, musst du wissen, was einen Sinn ergibt. Du musst dich immer fragen, ob es nicht noch einen besseren Blickwinkel auf die Szene vor dir gibt –  vielleicht einen interessanteren oder einen, an den du vorher einfach nicht gedacht hast. Es gibt so viele verschiedene Arten, ein und dasselbe zu betrachten, Ellen." – S. 161
Da ich sehr gerne fotografiere und auch dementsprechend eine größere Kamera besitze, habe ich diese Worte als sehr wertvoll angesehen. Und es stimmt. Es ist nicht so wichtig, was fotografiert wird, sondern wie es auf dem Bild platziert ist, ob es zum Beispiel in der Mitte ist oder sich links außen befindet. Man muss vorher erst durch den Sucher schauen und ein Objekt so platzieren, dass es interessant ist. Diese Weisheiten, die Ellen von ihrer Großmutter mitgegeben wurden, haben mir sehr gefallen.
"Blende acht rein und da sein." – S. 222
Die Geschichte erstreckt sich auf 414 Seiten und hat mich gleich zu Anfang sehr berührt. Ich mag den Stil der Autorin gerne, obwohl ich sie vorher noch gar nicht kannte und "Der Sommer der Blaubeeren" auch ihr erstes Buch ist. Dafür ist es wirklich gut gelungen. Ich konnte mich in die Protagonisten hineinversetzen und auch weil der Roman aus Ellens Sicht erzählt wird, habe ich mich damit verbunden gefühlt. Natürlich geht es um die Liebe. Eine erfolgreiche Anwältin aus New York kommt in einen abgelegenen Küstenort und trifft dort einen Mann, der ihr auch noch das Leben gerettet hat. Das schreibt geradezu danach, dass sie sich ineinander verlieben und so ist es auch. Roy Cummings, ein Handwerker, verliebt sich in Ellen und anders herum. Dennoch ist es keineswegs kitschig, allenfalls romantisch. Der Ausgang der Geschichte ist im Prinzip von Anfang an klar, aber das Ende hat mich trotzdem mitgenommen. Ich muss zugeben, dass ich auch mitten im Buch weinen musste. Auch wenn einige bestimmt denken, dass es gar nicht traurig war, musste ich weinen. Dann gan es aber auch Passagen, sie sehr lustig waren und wo man einfach nicht anders konnte, als zu Lachen, besonders am Ende habe ich mich köstlich amüsiert.
"Er küsste meine Nasenspitze, und dann wanderten seine Lippen zu meinen, und alles um mich herum – die Planken unter meinen Füßen, das Rauschen des Ozeans, der granitblaue Himmel –, jedes einzelne Atom außerhalb von Roy und mir verschwand." – S. 410
Roy und Ellen passen perfekt zusammen. Hayden passt zwar ebenfalls zu Ellen, doch es ist klar, dass ein angesehener Anwalt eine erfolgreiche Anwältin heiraten möchte. Zwischen Roy und Ellen ist das etwas anderes. Es passt einfach von Anfang an und der Kuss, den Ellen Roy gibt, nachdem er sie aus dem Meer gerettet hat, sagt eigentlich schon alles, oder? Da Mary Simses, die Autorin, die Umgebung in Beacon so wunderschön beschreibt, kommt ein richtiges Sommerfeeling auf, welches auch das Cover vermittelt. Der weiße Hintergrund, zusammen mit den roten Blüten und der roten Decke und die Blaubeeren dazu. Eine wirklich passende Farbkombination. Ihr Schreibstil ist leicht und beschwingt, doch durch die Vergangenheit Ruth Goddards, der Großmutter von Ellen, bringt Simses etwas Spannung mit rein.

Toll ist das Rezept in der Innenseite des Romans zu den Blaubeermuffins. Ich habe sie noch nicht gebacken, aber ich werde es so bald wie möglich tun.
"Ich schätze, so viel können wir daraus lernen – man sollte nicht erst achtzig werden, bevor man auf sein Leben zurückblickt und sich fragt, ob man die richtigen Entscheidungen getroffen hat und wie das eigene Leben verlaufen wäre, wenn man sich für den einen Weg entschlossen hätte statt für den anderen." – S. 399
Résumé:
"Der Sommer der Blaubeeren" ist ein toller, romantischer, lustiger und auch trauriger Debutroman der Autorin Mary Simses. Die Tiefsinnigkeit gefällt mir sehr gut und auch das Thema Fotografie wird toll aufgegriffen. Es gibt nichts, was ich hier verbessern würde. Die Geschichte ist zwar von Anfang an klar, aber trotzdem ufert sie nicht ins Kitschige ab. Ein toller und absolut empfehlenswerter, leichter Sommerroman. Daher vergebe ich hier 6 Lesezeichen!

Marie

Kommentare:

Hannah J.

Hallo liebe Marie,

Deine Rezi ist wunderschön!! *-*
Großes Kompliment.
Schön, dass Dich das Buch auch begeistern konnte. :)

Ganz liebe Grüße,
Deine Hannah
http://wonderworld-of-books-from-hannah.blogspot.de/
<3

dp galerie

Hallo Marie,

die Rezension macht Lust darauf, das Buch zu lesen! Ich habe es mir gleich vorgemerkt.

Herzliche Grüße,
Dagmar

Marie

Danke, liebe Hannah! Ich freue mich, dass dir meine Rezension gefallen hat :)

Liebe Grüße, Marie

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