5. Juni 2014

[Rezi] Der Sommerfänger – Monika Feth

Titel: Der Sommerfänger
Autorin: Monika Feth
Verlag: cbt
Erscheinungsjahr: 2011
Genre: Thriller
Band: Teil V
ISBN: 978-3-570-30721-2
Lesevergnügen: 444 Seiten
Preis: 9,99€
Einband: Taschenbuch
Bewertung: 6 Lesezeichen

Erster Satz:
"Die Luft war so heiß, dass sie beim Einatmen schmerzte."

Inhalt:
Zwei Jahre sind vergangen, seitdem der erste Mord geschehen ist. Damals ist Caro gestorben. Niemals werden die Freundinnen Jette und Merle das vergessen. Vor zwei Jahren war der Sommer unerträglich heiß. Die Sonne brannte auf den Feldern der Erdbeerpflücker und Jette wäre an ihrer ersten großen Liebe beinahe gestorben.
Jetzt ist Jette wieder verliebt. In Luke, doch der erzählt kaum etwas von sich und sagt Treffen, auf die Jette sich schon sehr gefreut hat, immer wieder ab. Sie kommt nicht an ihn heran und ihre beste Freundin Merle ist ihm gegenüber sehr skeptisch. Sie traut ihm nicht und auch Jette weiß nicht genau, was sie von seinem Verhalten halten soll. Als Jette den Mitbewohner ihres Freundes in seiner Wohnung auffindet und Luke verschwunden ist, ist das Chaos perfekt. Jette versucht, auf eigene Faust herauszufinden, wieso Luke abgehauen ist. Sie glaubt an seine Unschuld, scheint damit aber alleine zu sein. Dann passieren weitere, grausame Morde. Gemeinsam mit Merle, die ihr trotzdem zur Seite steht, macht sie sich auf den Weg, um die Wahrheit herauszufinden. Doch sie tappen im Dunkeln. Auch die Polizei kommt mit ihren Ermittlungen nicht weiter. Als Jette plötzlich eine SMS von Luke bekommt, beschließt sie, ihre Freunde nicht einzuweihen und zum vereinbarten Treffpunkt zu kommen. Dort erfährt sie die ganze Wahrheit. Um sich wenigstens etwas Sicherheit zu verschaffen ruft sie den Kommissar an. Er bringt sie zu seiner Kollegin Isa, doch da sind sie keinesfalls sicher. Die Organisation ist ihnen auf den Fersen und sie zögert nicht, Luke alles zu nehmen. Alles, was ihm wichtig ist...

Meine Meinung:
"Der Sommerfänger" ist von der Struktur ähnlich aufgebaut wie die vorherigen Bände. Die Erzählperspektiven sind gleich geblieben und wir treffen auf viele bekannte Gesichter: Jette, Merle, Mina, Ilka, Mike, den Kommissar, Isa, Jettes Mutter und Tilo. Der Leser wird gleich aufgefangen und weiß, worum es geht. Wir landen zwar mitten in der Geschichte, doch hat man "Der Erdbeerplücker", "Der Mädchenmaler", "Der Scherbensammler" und "Der Schattengänger" bereits gelesen, ist das kein Problem. Wer quer einsteigt und sich mit den anderen Teilen noch nicht befasst hat, der könnte Schwierigkeiten haben, das Grundgerüst zu verstehen.
Der Leser erlebt auch in diesem Band die Geschichte mitsamt den Gedanken und Gefühlen der einzelnen Protagonisten. Wir blicken hinter die Fassaden der Personen und erfahren die Hintergründe bereits viel eher, als die Charaktere, von denen jeder nur seine eigene Sicht kennt. Das verschafft uns einen großen Vorteil. Allerdings wissen wir dadurch auch meistens, was als nächstes passieren wird. Wir können nicht wirklich überrascht werden. Wir als Leser warten die ganze Zeit darauf, dass auch die Protagonisten die Wahrheit erfahren und das kann einen ganz schön nervös machen.
"Die Schlinge zieht sich zu", flüsterte er in der Stille des Sprinters. "Ich werde dir alles nehmen, was dir wichtig ist, Alex. Und dann, wenn du am Boden liegst, werde ich dein Gesicht in den Staub treten. Das ist Gerechtigkeit, Bruder. Auge um Auge, Zahn um Zahn." – S. 320
In diesem Buch gibt es mehrere Opfer. Es gibt Lukas Taddicken, Luke, der für den Täter gehalten wird, aber eigentlich das Opfer ist. Dann gibt es die vielen Mordopfer, die dem wirklichen Täter ausgeliefert sind. Und es gibt Jette und ihre Freunde, die mal wieder zwischen die Fronten geraten. Die Organisation ist das ausführende Organ, also der Täter. Durch sie erfahren wir die Wahrheit über Luke. Durch sie wissen wir, dass Luke unschuldig ist und warten darauf, dass es die anderen Charaktere auch erfahren. Die Emotionen spielen sich immer höher. Anfangs war dort nur Wut. Wut auf Luke, der der Organisation geschadet hat. Sie wandelt sich jedoch schnell in Hass um. Kristof, der hier stellvertretend für die Organisation steht, findet Gefallen daran, die Menschen auf grausame Weise zu töten, mit denen Luke Kontakt hatte und immer noch hat. Er zieht seine Kreise immer enger, bis er bei Jette und Merle und ihren Freunden angelangt ist. Da passieren ihm die ersten Fehler. Doch das macht Kristof noch wütender. Er zwingt sich zur Ruhe, doch es passiert genau das Gegenteil. Er wird angreifbar. Es unterlaufen ihm immer mehr Fehler, die er nicht wieder gut machen kann und am Ende siegt die Wahrheit.

Zuerst war ich enttäuscht, denn nachdem Jette und Luke sich ausgesprochen hatten, und das war bereits auf den letzten Seiten, dachte ich, das war es jetzt. Aber nein, es ging noch weiter. Die beiden wurden zu einer Kollegin und Freundin von Bert Melzig gebracht und dann kam der Showdown. Überraschend und hochgradig spannend ereignete sich der Kampf zwischen Gut und Böse, den Freunden und der Organisation. Was wir nicht wussten, wer der Maulwurf in den Reihen der Polizei war. Der Leser bekommt eine Vermutung zugespielt, doch da kann man sich noch nicht sicher sein. Erst am Ende wissen wir, wer es ist.

Monika Feth lässt Jette und Merle wieder auf eigene Faust ermitteln, wie wir es von den beiden kennen. Jette glaubt an die Unschuld ihres Freundes und das macht sie ungeheuer sympathisch. Jette und Merle waren von Anfang an dabei. Sie haben viel mitgemacht, angefangen bei dem Tod ihrer Freundin Caro. Doch sie haben ihren Lebensmut nicht verloren. Sie haben sich jedes Mal wieder ins Leben zurückgekämpft und waren für einander da. Immer wieder hat man gemerkt, wie gut sich die beiden verstehen, wie enge Freunde sie sind. Ich bin froh, dass es einen weiteren Teil gibt, "Der Bilderwächter", und bin gespannt, was Jette und Merle dort erwartet.

~ Die Freundinnen Jette und Merle gehören einfach dazu. Immer wieder lassen sie sich etwas neues einfallen und geraten dabei zwischen die Fronten. Doch es wird und wird nicht langweilig. ~

Die Autorin fesselt den Leser auf ihre Weise immer wieder neu. Sie versteht es, die Geschichte auf den letzten Seiten hochzuziehen, wenn man glaubt, die Geschichte ist zu Ende. Ihre Bücher sind spannend, gefühlvoll und fangen den Leser auf. Sie reißen mit und bewahren. Sie schließen sich in dein Herz und wollen nicht mehr herausgelassen werden. Die Bücher werden ein Teil deines Lebens.

Résumé:
Auch Band V ist ein weiterer grandioser Band der Autorin. Spannend und fesselnd werden wir in die Geschichte geworfen. Ich vergebe 6 Lesezeichen!

Eure Marie

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