1. Juni 2014

[Rezi] Das Schicksal ist ein mieser Verräter – John Green

Titel: Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Originaltitel: The Fault In Our Stars
Autor: John Green
Verlag: dtv - Reihe Hanser
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Roman, Liebesdrama
Band: Einzelband
ISBN: 978-3-423-62583-8
Lesevergnügen: 333 Seiten
Preis: 9,95€
Einband: Taschenbuch
Bewertung: 6 Lesezeichen

Erster Satz:
"Im Winter meines siebzehnten Lebensjahrs kam meine Mutter zu dem Schluss, dass ich Depressionen hatte, wahrscheinlich, weil ich kaum das Haus verließ, viel Zeit im Bett verbrachte, immer wieder dasselbe Buch las, wenig aß und einen großen Teil meiner reichlichen Zeit damit verbrachte, über den Tod nachzudenken."

Inhalt:
Hazel Grace hat Schilddrüsenkrebs. Weitere Metastasen haben sich in ihrer Lunge gebildet, sodass sie Tag und Nacht an ein Sauerstoffgerät angeschlossen sein muss. Ihr Leben ist anders. Sie kann nicht mit ihren Freundinnen auf Partys gehen oder lange Shoppingtouren unternehmen, wie es andere Mädchen in ihrem Alter tun würden. Sie ist dem Krebs ausgesetzt. Doch wie lebt man mit einer nicht sehr hohen Überlebenschance? Wie lebt man mit der Gewissheit, von innen "aufgefressen" zu werden?
In einer Selbsthilfegruppe für Krebspatienten trifft Hazel auf Augustus. Diagnose: Knochenkrebs. Mit seinem Charme bringt er sie zum Lachen und sie bewundert die Art, wie er mit dem Schicksal umgeht. Hazel und Augustus fühlen sich vom ersten Moment an voneinander angezogen. Gemeinsam schauen sie Filme, spielen Videospiele oder sind einfach nur zusammen. Doch Hazel hat Angst, denn sie möchte keine tickende Zeitbombe sein. Sie möchte nicht, dass so viele Menschen unter ihrem Tod leiden. Aber Gus macht ihr klar, dass er sie nicht so einfach gehen lassen wird und Hazel kann sich ihm nicht mehr entziehen. Dafür liebt sie ihn schon zu sehr. Als auch Gus Bekanntschaft mit ihrem Lieblingsbuch "Ein herrschaftliches Leiden" macht, erfüllt er ihr kurzerhand ihren Herzenswunsch und bucht eine Reise nach Amsterdam, um dem Autor des Buches einen Besuch abzustatten. Unglaublich gerne wollen die beiden erfahren, wie die Geschichte weitergeht, denn das Buch endet mitten im Satz.
Trotz ihrer Diagnosen kosten Hazel und Augustus jede einzelne Sekunde ihres gemeinsamen Lebens und ihrer Liebe aus. Sie wissen: Das Schicksal ist ein mieser Verräter.

Meine Meinung:
Bevor ich mir dieses Buch gekauft habe, hörte ich sehr viel Gutes darüber. Ich wusste nicht einmal genau, worum es sich handelt, doch schließlich begab ich mich in die Buchhandlung und griff zu. Das Cover bestärkte mich darin, es zu kaufen und das tat ich dann auch. Meine beste Freundin empfiel es mir ebenfalls. Ich wusste, dass "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" verfilmt werden soll und im Juni in den deutschen Kinos zu sehen ist. Ich beschloss, es gleich anzufangen...
"Manchmal liest man ein Buch, und es erfüllt einen mit diesem seltsamen Missionstrieb, und du bist überzeugt, dass die kaputte Welt nur geheilt werden kann, wenn alle Menschen dieser Erde dieses eine Buch gelesen haben. Und dann gibt es Bücher wie Ein herrschaftliches Leiden, über die du mit niemandem reden willst, weil das Buch so besonders und kostbar und so persönlich für dich ist, dass darüber reden sich wie Verrat anfühlt." – S. 41
Kurz gesagt, dass ist "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" für mich. Es ist "so besonders und kostbar und so persönlich", dass ich nicht wirklich darüber reden möchte. Aber ich tue es trotzdem. Denn wo würden wir am Ende sein, wenn niemand darüber reden will? Die anderen Menschen würden nicht wissen, wie wundervoll das Buch ist, es sei denn sie haben es gelesen.

John Green hat ein Buch verfasst, welches für mich emotionaler nicht hätte sein können. Die wunderbare Leichtigkeit, mit der er schreibt, nimmt dem Leser den Atem und lässt ihn in die Geschichte eintauchen. Hazel Grace und Augustus werden zu Persönlichkeiten. Mit jedem einzelnen Wort des Autors entsteht im Kopf des Lesers eine Welt, in der die Protagonisten Gesichter haben und alles andere real wird. Es lässt ihn die Realität vergessen. Hinter den Hauptpersonen steckt eine Geschichte, die zugleich traurig und witzig ist. Hazel und Gus haben Krebs. Sie wissen nicht, wie lange sie leben, doch sie wissen, dass sie eingeschränkt sind in dem, was sie tun können. Sie lernen sich kennen und verlieben sich ineinander. Es ist echte Liebe und man spürt es mit jedem Wort mehr. Sie dringt in jede Faser des Körpers ein. Nicht nur bei Hazel und Gus. Ich als Leser bin so betroffen, dass ich mich gerade etwas distanziere. Die Geschichte ist so leicht, aber gleichzeitig so wortgewaltig, dass man kaum alles beim ersten Lesen erfassen kann.
"Wenn man sein Leben schon nicht einem höheren Zweck gewidmet hat, muss wenigstens der Tod einem höheren Zweck dienen, verstehst du? Und ich fürchte mich davor, dass mir weder ein Leben noch ein Tod bestimmt ist, der irgendwelche Bedeutung hat." – S. 180
Der Autor schreibt komplexe Textstellen wie diese und der Leser muss mehr als einmal lesen um überhaupt zu verstehen. Wir fließen mit. Die Geschichte treibt uns nach vorne, doch eigentlich treiben wir auf das Ende zu. Durch die Liebe von Hazel und Augustus werden wir mitgerissen in einen Strom, aus dem wir nicht entkommen können, bevor das Buch beendet ist. Ich möchte nichts über das Ende verraten. Nur so viel: Es gibt kein Happy End, und doch kann man der Ansicht sein, dass es eines ist. Der Leser kann es so oder so sehen. Auf jeden Fall ist es unendlich traurig. Die Tränen kamen in Strömen und dass schon am Anfang. Ganz abgesehen davon befasst sich John Green mit dem Thema Krebs, welches ganz und gar nicht einfach ist. Ich möchte nicht behaupten zu wissen, wie man sich dabei fühlt, denn ich weiß es nicht. Ich kann nur vermuten, dass die Geschichte über Hazel und Gus einer sehrrealitätsnah ist.

Ich muss auch zugeben, dass ich die Namen unglaublich toll finde. HAZEL GRACE und AUGUSTUS. Ich habe mich unendlich in diese beiden Namen verliebt und auch in die Personen, die dahinter stecken. Sie sind einzigartig und absolut wundervoll.

~ Neben der Geschichte und den Protagonisten, die niemals vergessen werden können, tut das Cover sein Übriges. ~

Ich habe gelacht und ich habe geweint. Ich bin begeistert. Ich möchte es nie wieder hergeben!

Résumé:
Ich brauche nciht viele weitere Worte zu sagen, als dass ihr das Buch unbedingt lesen müsst. Es wird euch gefallen. Ich verspreche es! ~ 6 Lesezeichen

Eure Marie

Kommentare:

Philia Libri

Ich schleiche jetzt schon ein Weilchen um das Buch herum ... ich pack's jetzt mal auf die Wunschliste und glaub, beim nächsten Bucheinkauf kommt's mit - danke :D

Marie

Oh wie schön :) ich hoffe, dir gefällt das Buch auch so gut wie mir :)

Schreibe einen Kommentar