24. März 2014

[Rezi] Ruht das Licht – Maggie Stiefvater

Titel: Ruht das Licht
Originaltitel: Linger
Autorin: Maggie Stiefvater
Verlag: script5
Erscheinungsjahr: 2011
Genre: Jugendbuch, Liebe
Band: Teil II
ISBN: 978-3-8390-0118-9
Lesevergnügen: 398 Seiten
Preis: 18,90€
Einband: Hardcover
Bewertung: 6 Lesezeichen

Erster Satz:
"Dies ist die Geschichte eines Jungen, der ein Wolf war, und eines Mädchens, das zu einem wurde."

Inhalt:
Sam hat den Wolf in sich besiegt. Vor ihm liegt nun ein Leben mit Grace. Für immer wollen sie zusammen bleiben und alles scheint perfekt. Auch wenn Grace' Eltern Sam nicht leiden können, übernachtet er jede Nacht bei ihr im Bett – ohne dass ihre Eltern das ahnen.
Aber Grace geht es nicht gut. Nachts hört sie die Stimmen der Wölfe und sie weiß, dass etwas in ihr schlummert. Als sie dann auch noch starkes Fieber bekommt und ins Krankenhaus eingeliefert wird, bricht ihre sonst so gut aufrecht erhaltene Familie zusammen. Ihre Eltern verbieten ihr, Sam zu sehen, doch sie hält es nicht länger ohne ihn aus und flieht zu ihm. Sie braucht Sam. Seinen Geruch, seine Wärme, seine Anwesenheit. Gerade jetzt, wo sie weiß, dass ihr nicht mehr viel Zeit als Mensch bleibt.
Auch Sam ahnt, dass sie sich bald verwandeln wird, doch er spricht sie nicht darauf an. Zu groß ist die Angst, sie zu verlieren, wo sie doch gerade erst für immer hätten zusammen bleiben können. Seitdem seine Familie sich nicht mehr zurückverwandelt, sondern Wolf bleibt, muss er sich um die neuen Wölfe kümmern. Gerade bei den milden Temperaturen verwandeln sie sich immer hin und her. Er ist sich seiner Verantwortung noch nicht wirklich bewusst.
Cole dagegen möchte ein Wolf bleiben. Er will vergessen. Vergessen, wer er ist und was er getan hat. Doch es gelingt ihm nicht, seine Wolfsgestalt dauerhaft anzunehmen.
Als Grace in Lebensgefahr schwebt, müssen alle zusammenhalten. Wird der Wolf in ihr siegen?

Mein Eindruck:
Nach dem ersten Teil "Nach dem Sommer", mit dem die Autorin mich bereits begeistert hat, geht die Geschichte von Sam und Grace weiter. Sam hat den Wolf in sich besiegt und vor ihnen liegt ein gemeinsames Leben, welches sie sich immer gewünscht haben. Sam, Cole, Grace und ihre Freundin Isabel zeigen dem Leser ihre Gedanken. Jeder Protagonist hat seine eigene Geschichte und immer wieder fällt auf, wie unterschiedlich die Charaktere sind. Grace ist vertrauensvoll und freundlich, Isabel dagegen bestimmt und temperamentvoll. Sie haben so etwas wie Freundschaft entwickelt, doch sie behandeln einander respektvoll.
Jede Hauptperson berichtet aus der Ich-Perspektive, sodass ich als Leser oft aufpassen musste, aus wessen Sicht die Geschichte gerade erzählt wird. Da der Name der Person jedoch unter jedem Kapitel stand, war das nicht allzu schwer. Sobald man sich allerdings in die Geschichte hineingelesen hatte und die Seiten nur so dahinflogen, wurde es auch mal überlesen.
"Sam ist der Einzige, den ich je wirklich kannte, und jetzt ist er bei mir. Das ist alles, was ich will. Meine Hand in seiner, seine Wange, die an meinem Hals ruht. [...] Dies ist eine Geschichte über Liebe. Ich wusste nicht, dass es so viele Arten von Liebe gibt, und auch nicht, was Menschen aus Liebe alles tun." – S. 8
Sam und Grace sind DAS Traumpaar. Er war ein Wolf und wurde zu einem Menschen. Sie war ein Mensch und wird zu einem Wolf. Dazwischen gibt es ihre Liebe und sie ist vollkommen. Die Geschichte ist ein weiterer Beweis dafür, dass sich Gegensätze anziehen. Die Charaktere sind so unterschiedlich und daher ergänzen sie sich wunderbar. Grace zum Beispiel schenkt Sam einen Gutschein für eine Studioaufnahme seiner Songs. Sie weiß, dass er sich das mehr als alles andere wünscht und er freut sich. Nachdem ihre Eltern ihr den Umgang mit Sam verboten haben, hält sie es nicht länger dort aus. Die brave Grace widerspricht. Schon als Sam ein Wolf war und sie ein Mensch, haben sie sich immer wieder getroffen im Sommer. Ihr Liebe hat es durchgehalten und nachdem beide nun Mensch sind, fühlen sie sich vollkommen. Doch Grace wurde bereits als Kind gebissen und spürt nun die Wirkung. Die Wölfe in den Wäldern von Mercy Falls rufen nach ihr und sie kann es nicht länger leugnen. Die Hoffnung, es sei nur eine Grippe ist, löst sich auf und dann ist es fast zu spät.
"Als die Wölfe zu heulen begannen, prickelte meine Haut vor Hitze, Hunderte von winzigen Nadelstichen auf meinem Gesicht, meinen Händen. Alles schien mir Schmerzen zu bereiten: das unangenehme Gewicht der Decke, Sams kalte Hand auf meiner Hüfte, das klagende Jaulen der Wölfe draußen im Wald, die Erinnerung an Sams Finger auf meinen Schläfen, das Gefühl, wie die Haut über meinen Knochen spannte." – S. 117
In diesem Teil kommt noch eine weitere Person hinzu: Cole. Er war der Frontmann einer Band und hielt sein Leben nicht mehr aus. Er ist einer der neuen Wölfe, doch am liebsten würde er für immer ein Wolf bleiben. Er will einfach vergessen, wer er ist. Sein Dasein als Wolf gelingt ihm aber nicht, trotz der eisigen Kälte.
Cole ist neu. Ich kannte ihn nicht aus dem ersten Band und wusste anfangs auch nicht wirklich etwas mit ihm anzufangen, im Gegensatz zu Sam und Grace. Er wollte unbedingt ein Wolf sein und ich habe es nicht verstanden, denn alle anderen Protagonisten wollten nichts lieber als Menschen sein. Mit der Zeit erfuhr ich jedoch einiges über Cole und so verstand ich auch, warum er es wollte. Es ist eine vollkommen andere Sichtweise und mit dieser muss der Leser sich erst einmal anfreunden. Dadurch kommt frischer Wind in die Geschichte und das ist gut so.

Die Autorin Maggie Stiefvater führt die Geschichte fantastisch weiter. Sie erzählt die Geschichte der Wölfe weiter und zeigt uns neue Seiten auf. Charaktere und Handlung verzaubern ab der ersten Seite. Band I habe ich bereits zweimal gelesen und ich war mir nicht sicher, ob die folgenden Bände den gleichen Reiz aufbringen würden. Die Gedanken daran zu verschwenden, war überflüssig. Auch Teil II ist wunderbar geschrieben. Traurig und zugleich glücklich taucht der Leser in die Welt der Menschen und Wölfe ab und möchte eigentlich nicht mehr hervorkommen. Das Buch ist voller Emotionen und Ernsthaftigkeit.
"Eines Tages begreifen wir alle, dass wir nicht immer Kinder sein können und erwachsen werden müssen. Du musstest einfach nur ein bisschen länger auf diesen Moment warten als die meisten anderen." – S. 263
Die Hauptpersonen sind gut gelungen. Dass wir wieder auf Isabel treffen, hat mich sehr gefreut, denn ich mochte sie trotz ihrer bestimmten Art doch recht gerne. Grace und Sam mag ich natürlich am liebsten. Sie passen sehr gut in die Geschichte hinein und verleihen ihr etwas eigenes.

~ Ich möchte es nicht mehr loslassen, aber glücklicherweise gibt es einen weiteren Teil, auf den ich mich sehr freue. ~

Zu einer schönen Liebesgeschichte gehört auch das richtige Cover. Der Hintergrund ist in einem hellen Blau gehalten. In der Mitte befindet sich der Titel, darunter und dadrüber befindet sich ein Wolf und ein Mensch, verbunden durch ein Herz. Die Profile der Protagonisten kommen gut zur Geltung.

Résumé:
Das Buch ist perfekt. Es ist eine wunderbare Liebesgeschichte, aber hoffentlich mit einem guten Ende. Ich finde einfach keine negativen Aspekte. Wer es gerne ruhig und romantisch mag, der sollte die Trilogie mit "Nach dem Sommer", "Ruht das Licht" und "In deinen Augen" unbedingt lesen. Ich vergebe 6 Lesezeichen.

Marie

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