2. März 2014

[Rezi] Das Tal-Die Jagd – Krystyna Kuhn

Titel: Das Tal-Die Jagd
Autorin: Krystyna Kuhn
Verlag: Arena
Erscheinungsjahr: 2013
Genre: Thriller
Band: Teil VII
ISBN: 978-3-401-06633-2
Lesevergnügen: 262 Seiten
Preis: 9,99€
Einband: Taschenbuch
Bewertung: 6 Lesezeichen

Erster Satz:
"Der Mond spiegelte sich auf der Wasseroberfläche des Lake Mirror und erhellte den Saal unter der Glaskuppel auf natürliche Weise."

Inhalt:
Ein Jahr nach Toms Amoklauf kehrt im Grace College so langsam wieder Ruhe ein. Nicht so für Katie, Julia, Rose, Ben, David und die anderen. Nach zwei Jahren leben sie nun schon mit unerklärlichen und geheimnisvollen Ereignissen im Tal und sie sind am Ende ihrer Kräfte. Immer wieder fragen sie sich, wer dieses Spiel mit ihnen treibt, wer ihnen keine Ruhe gönnt.
Auf der ganzen Welt nehmen die Katastrophen zu und auch das College soll geschlossen werden. Den Freunden bleibt nicht viel Zeit, das Geheimnis zu lüften.
Debbie, die alle für hysterisch halten und nicht für voll nehmen, verbarrikadiert sich im Computer-Departement, um endlich die Datenbank Angela Finders zu knacken, welche die Tote angelegt hat. Immer wieder versucht sie verschiedene Passwortkombinationen. Sie ist nun fast am Ziel und nicht mehr bereit aufzugeben. Alle sollen sehen, dass auch sie dazugehört. Sie sollen wissen, dass ihre Großmutter ebenfalls zu den acht Studenten gehörte, die damals den Ghost bestiegen. Aber dann kommt alles anders.
Ben dagegen kann sich der Vergangenheit nicht mehr entziehen. Seit dem Trip mit den Pilzen aus dem Tal scheint die Vergangenheit für ihn real zu werden. Er durchlebt einzelne Tage der verschollenen acht Studenten und kommt so dem Geheimnis immer näher. Robert sieht einen Sinn hinter dem ganzen und ermutigt Ben, nicht aufzugeben.
Dann sind sie endlich am Ziel ihrer Suche angelangt und sie müssen ihr Erbe antreten, doch nur zusammen schaffen sie es.

Meine Meinung:
Season 2: Das Tal-Die Jagd: Ein Jahr nach dem Amoklauf in Band VI erfahren wir nun etwas über Deborah Wilder, genannt Debbie. Bisher haben wir sie hysterisch und aufgeregt erlebt. Immer wollte sie dabei sein, dazu gehören. Niemand hat sie wirklich ernst genommen, obwohl sie nicht dumm ist, denn in Band VII ist sie der Schlüssel zum Geheimnis des Tals. Auch über Ben wird in diesem Teil berichtet. Er führt uns durch seine Gedanken und auch er besitzt am Ende eine tragende Rolle.
Die Autorin berichtet in "Das Tal-Die Jagd" aus zwei Perspektiven. Einerseits aus der von Debbie, von der wir bisher recht wenig wissen, und andererseits aus der von Ben. Beide konnten wir bisher noch nicht in die Vergangenheit der verschollenen acht Studenten mit einbringen, doch dass soll sich hier ändern.

Gemeinsam mit Julia, Katie, Robert, Rose, Chris und David kommen auch Benjamin und Debbie ans College. Während Ben sich schnell mit den anderen anfreundet, ist Debbie allen ein Dorn im Auge. Die ewig kreischende, hysterische Debbie, die niemand leiden kann. Immer versucht sie, Aufmerksamkeit zu bekommen, doch sie wird ausgeschlossen. Sie ist eine Mitläuferin. Nun will sie endgültig beweisen, dass sie nicht dumm ist und auch in ihrer Familie eine Person zu den acht Studenten auf dem Ghost gehörte: ihre Großmutter. Im Computer-Departement häckt sie sich in die Datenbank der getöteten Angela Finder und tritt ihr Erbe an, denn sie möchte alles über ihre Freunde wissen und genau dieses Wissen findet sie in der Datenbank. Ohne jedoch zu wissen, dass auch ihre Vergangenheit ein Geheimnis birgt.
Ben ist nach dem Tod seines Freundes Tom zurückhaltender geworden. Er scheint als einziger keine Verbindung zu damals zu besitzen, bis er einen Brief erhält mit einer Geburtsurkunde. Er ist adoptiert worden und seine leibliche Mutter ist niemand anderes als Kathleen Bellamy.
"Was ich tue, ist falsch. Ich weiß es. Aber manchmal ist es richtig, das Falsche zu tun." – S. 115
Die Reaktion von Ben auf den Brief seiner Mutter ist nachzuvollziehen auch wenn ich zunächst nicht wusste, was dieses Verhalten ausgelöst hat, denn ich erfuhr erst später, was in dem Brief stand.

Band VII ist ein Übergang zum allerletzen Band, in dem höchtwahrscheinlich das Rätsel um das Tal gelöst wird. Am Ende des Buches sind wir jedoch schon ein ganzes Stück weiter gekommen, denn wir wissen nun, bei wem es sich im Dave Jellad handelt. Die Verblüffung ist umso größer, als der Leser erfährt, was dieser im Sinn hat. "Die Jagd" ist wohl der ruhigste Band der Reihe, was die Geschichte aber nicht schlechter macht. Dadurch bin ich nur umso aufgeregter auf den Showdown in Band VIII.
Der Leser wird sofort in die Geschichte hineingeworfen, aber auch aufgefangen. Ob wir die Handlung aus Debbies oder Bens Perspektive erleben, wird einem schnell klar und dadurch hat es uns die Autorin einfach gemacht, diese Geschichte zu lieben, genauso wie die vorherigen Teile. Teilweise auch spannend werden wir durch die Geschichte geführt und auch wir kommen somit dem Rätsel näher, denn als Leser fühle ich nun nach sieben Bänden mit den Protagonisten und möchte endlich die gesamte Wahrheit um das Tal erfahren. Dass auch Debbie eine große Rolle spielt, bringt ihr meinen Respekt ein, denn bisher war auch ich nicht so richtig überzeugt von ihr als Charakter.

"Das Tal prüft uns. Uns alle. Auch dich. Es hält dich in seinen Fängen, lässt dich nicht los. Es beobachtet dich. Es will wissen, ob du die Kraft hast zu widerstehen. Du musst immer auf der Hut sein. Bleib wachsam! Lass dich nicht täuschen. Ich habe es nicht ernst genommen. Konnte nicht widerstehen. Macht nicht denselben Fehler. Haltet zusammen. Dann gibt es eine Chance." – S. 234

Auf den letzten Seiten ist genau das wichtig. Sie müssen alle zusammenhalten. Alle. Katie. Rose. Julia. Debbie. Robert. Chris. Ben. David. Sie alle gehören zusammen. Werden sie das begreifen und das Geheimnis des Tals aufdecken können?

Résumé:
Ein wunderbarer Aufhänger zum letzten Band. Alle Charaktere haben ihre Vergangenheit offenbahrt. Sie sind noch stärker zusammen gewachsen und als Leser spürt man dieses Band, welches die Freunde verbindet. Die Autorin überzeugt mich mit einer sehr schönen und fesselnden Geschichte, in der alles stimmt. Ich vergebe die volle Lesezeichenanzahl: 6!

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