11. März 2014

[Rezi] Asche und Phönix – Kai Meyer

Titel: Asche und Phönix
Autor: Kai Meyer
Verlag: Carlsen
Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Fantasy, Liebe
Band: Einzelband
ISBN: 978-3-551-58291-1
Lesevergnügen: 460 Seiten
Preis: 19,90€
Einband: Hardcover
Bewertung: 5 Lesezeichen

Erster Satz:
"Das Smiley stand in Flammen."

Inhalt:
Parker und Ash treffen sich zum ersten Mal in einer Londoner Hotelsuite. Sie ist gerade dabei, sein Bargeld zu klauen und er flieht vor der Menschenmasse, die ihn umringt. Parker Cale ist der angesagteste Jungstar Hollywoods, das Gesicht des Phoenix Hawthorne aus den "Glamour"-Filmen. Ash dagegen ist nirgendwo zu Hause. Getrieben von der Angst, wie alle anderen zu sein, lässt sie sich nirgends dauerhaft nieder.
Parker kann sein Leben in den Medien nicht mehr ertragen, doch gleichzeitig ist er nahezu abhängig von Ruhm und Anerkennung. Da kommt ihm Ash gerade recht. Ihre Flucht führt die beiden nach Frankreich, an die Côte d'Azur, zu Parkers Vater. Dieser jedoch akzeptiert nicht, dass Parker sein Leben nicht mehr aushält und treibt sie in die Arme des Todes. Sein Vater hat einen Pakt geschlossen mit einem Wesen, das nicht menschlich ist, es heißt Libatique. Abhängig von Ruhm kann es überleben und besitzt eine teuflische Macht. Parker muss das Erbe seines Vaters antreten, doch er weigert sich. Gemeinsam mit Ash flieht er, doch Libatique ist ihm auf den Fersen. Gnadenlos beginnt eine Jagd, deren Ende sich auf der Premiere von Parkers neuem Film entscheidet.

Meine Meinung:
Ein neues Buch von Kai Meyer und ich habe es mir Anfang Januar endlich gekauft und das sogar in der Hardcover-Ausgabe. In diesem Einzelband erwartet uns eine ganz neue Geschichte, ein neues Abenteuer mit neuen Charakteren.

Es ist eine Geschichte, die über einen jungen Hollywood-Star berichtet, der sein Leben im Fokus der Medien nicht mehr ertragen kann und sich auf Ash einlässt, die nirgendwo zu Hause ist. Von einem Haus ins nächste und sie klaut. Auch bei Parker versucht sie es, doch als dieser sie erwischt, macht er ihr sogar noch ein Angebot. "Asche und Phönix" dreht sich aber nicht etwa nur um Liebe, sondern ebenfalls um den Tod. Ein Wesen, Libatique, weder Mensch noch Tier, hat vor Jahren einen Pakt mit Parkers Vater geschlossen. Mister Cale wird durch seine Hilfe Künstler, gibt seinen Ruhm jedoch an Libatique ab, der sich davon ernährt und am Leben bleibt. Nachdem der Pakt gebrochen wurde, liegt es nun an Parker, einen weiteren einzugehen, doch er ist nicht bereit dazu. Mit Ash flieht er vor dem teuflischen Wesen, um herauszufinden, wie er es töten kann. Sie gibt ihm Kraft und auch als sie in Not geraten, scheut sie nicht davor zurück, auch Parker zu retten. Als sie begreifen, dass eine Flucht nichts bringt, stellen sie sich Libatique und seinen Dienern.

Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, war ich mir nicht sicher, ob dieses Buch meinen Geschmack trifft. Da ich bisher jedoch immer von den Büchern des Autors begeistert war, wollte ich dieses Exemplar aber haben und habe es mir gekauft. Der Klappentext verspricht eine Geschichte, in der Parker und Ash sich in der Londoner Hotelsuite treffen, sie gemeinsam nach Frankreich fliehen und auf den Spuren eines "teuflischen Paktes" von einer Macht verfolgt werden, "die sie gnadenlos jagt". Erst einmal nichts Ungewöhnliches. Es scheint eine Liebesgeschichte zu sein, dachte ich, und meine Ahnung schien sich zu bestätigen. Nach den ersten Kapiteln wurde mir bewusst, dass sie Handlung sehr viel komplexer ist als ursprünglich angenommen. Der Leser wird in eine ganz neue Welt geführt. Eine Welt, in der es Ruhm braucht, um zu überleben, mehr als alles andere.
"Und Parker entschied, dass es hier enden würde. Er wollte nicht mehr davonlaufen, nicht vor sich selbst und nicht vor seinem Vater, ganz gleich wie viel von ihm noch in dem Ding da drüben steckte." – S. 386
Die Charaktere sind alle einfach gestrickt. Alle bis auf einen: Libatique. Parker und Ash sind mir gleich sympathisch gewesen. Ich habe sie von Anfang an ins Herz geschlossen. Die Art, wie sie sich kennenlernten und wie selbstverständlich sie sich geholfen haben, bis sie sich ineinander verliebten, hat mich berührt und hat mir die wahren Gesichter der beiden gezeigt. Anders ist es bei Libatique. Er ist unscheibar und taucht immer dann auf, wenn man ihn am wenigsten braucht. Das Böse lebt in und mit ihm. Daher ist man als Leser ihm gegenüber abgeneigt, wie eben auch die Protagonisten.

~ Es ist ein Kampf zwischen Gut und Böse. ~

Der Autor befasst sich im Hintergrund mit einem Thema, dem sich alle Prominenten stellen müssen: der Aufmerksamkeit und dem Ruhm. Nicht jedem gefällt es, ein Leben im Rampenlicht und im Fokus der Medien zu führen. Hollywood-Stars ist es aber nicht wirklich möglich, sich dem zu entziehen. Immer wieder wird gequatscht und getratscht, doch das gehört dazu, denn sie sind nicht nur Charaktere in einem Film, sondern sie sind für viele Vorbilder und diese möchte man sehen, wissen, dass es sie wirklich gibt.
In dieses Bild passt Parker herein, denn auch er ist ein Star geworden und geradezu abhängig von Aufmerksamkeit. Diesen Drang hat er seinem Vater und Libatique zu verdanken, doch er ist nicht bereit, sich den beiden auszuliefern. Er will kämpfen. Für sich und auch für Ash.
"Mantel und Haar seines Vaters standen in Flammen. Die krumme Nase und das spitze Kinn ragten aus einer gelbroten Feuermaske. Vom Kopf und den Schultern fraß sich die Glut an seinem Körper hinab, und auch der Boden um ihn herum brannte. Im Hintergrund loderte das Smiley und schien sie beide auszulachen." – S. 388f.
Während des Lesens habe ich genaue Bilder vor den Augen. Kai Meyer schreibt wortgewaltig und spannend, wie die Protagonisten gegen das Böse kämpfen und auch in den schönen Momenten sehe ich alles glasklar vor mir. Beschreibungen von der Landschaft, den Charakteren und der Situation sind unglaublich genau und machen das Lesen einfach. Nur Libatique fällt zunächst etwas raus. Er wirkt unscheinbar und seine Handlungen sind nicht zu durchschauen, doch genau das macht den Roman so spannend und aufregend. Die Geschichte ist endlich mal eine Abwechslung zu den üblichen Vampirbüchern oder Ähnlichem.
Ebenfalls ist das Cover eine Erwähnung wert. Unter dem wirklich hübschen Schutzumschlag befinden sich interessante Fotos, die zwar einfach sind, aber trotzdem machen sie das Buch zu einem sehr schönen Exemplar. Auch der Titel "Asche und Phönix" passt sehr gut und wird in der Geschichte mehrmals aufgegriffen. Die Kapitel sind alle relativ kurz und daher liest man das Buch schnell durch.

Résumé:
Eine wirklich schöne Geschichte, tolle Charaktere und wortgewaltig. Die Handlung könnte jedoch noch etwas spannender sein. Aber das Buch ist eine sehr willkommene Abwechslung. Absolut empfehlenswert! ~ 5 Lesezeichen.

Marie

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