16. Februar 2014

[Rezi] Das Tal-Das Erbe – Krystyna Kuhn

Titel: Das Tal-Das Erbe
Autorin: Krystyna Kuhn
Verlag: Arena
Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Thriller
Band: Teil VI
ISBN: 978-3-401-06610-3
Lesevergnügen: 251 Seiten
Preis: 9,99€
Einband: Taschenbuch
Bewertung: 6 Lesezeichen

Erster Satz:
"Von der Felswand fiel kalte Luft."

Inhalt:
Es ist Prüfungszeit am Grace College. Das bedeutet für Rose, Julia, Chris, Katie und die anderen, dass die Rätsel um das Tal ruhen müssen. Nur Robert kann sich nicht konzentrieren und beschäftigt sich lieber mit der Formel des geheimnisvollen Dave Yellad. Er glaubt die Lösung zu wissen und macht sich gemeinsam mit David auf den Weg in das Tunnelsystem.
Dann passiert im College das Unfassbare. Während alle über der Englischklausur sitzen dreht Tom völlig durch. Er droht, alle zu töten und will nur mit David sprechen. Die Angst ist zum Greifen nah und trotzdem behalten Katie und Rose den Überblick. Tom scheint nicht er selbst zu sein. Der Hollywood reife Amoklauf bringt sie alle an die Grenzen der Belastbarkeit. Dann fällt der erste Schuss. Alle 15 Minuten soll eine weitere Person sterben.
Während der Sicherheitsdienst das Collegegebäude räumt, versuchen die beiden Freundinnen Tom zu beruhigen, doch das geht gründlich nach hinten los. Tom ist nicht bereit aufzugeben, bevor nicht die Wahrheit ans Tageslicht gelangt, denn David ist nicht der, für den alle ihn halten.
Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit...

Meine Meinung:
Season 2: Das Tal-Das Erbe: Nachdem wir im fünften Teil die Vergangenheit von Rose erfahren haben, geht es im sechsten Teil hauptsächlich um David. Durch den Amoklauf von Tom kommen Robert und David davon ab, sich um die Geheimnisse des Tals zu kümmern. Was sie anfangs noch für Zufall halten, entpuppt sich als ein Spiel. Aber in einem Spiel kann es nur einen Gewinner geben.
In diesem Buch berichtet die Autorin aus zwei Perspektiven, wobei sie bei jeder die Ich-Perspektive annimmt. Einerseits erleben wir die Ereignisse in dem Klassenraum, in dem unter anderem Julia, Chris, Rose und Katie ihre Englischklausur schreiben. Andererseits erhalten wir Einblick in die Gedanken Davids durch regelmäßige Rückblenden, so genannte "Flashbacks".

Auch David ist am Grace College aufgenommen worden, ohne jemals eine Aufnahmeprüfung abgelegt zu haben. Ebenso wie Katie, Rose, Julia, Chris, Ben und Robert. Sie alle haben einen Brief erhalten und die Flucht in das Tal angetreten. Im zweiten Studienjahr kennen sich die Freunde schon ziemlich gut. Fast jeder hat den anderen seine Vergangenheit anvertraut. Jeder hatte seine Gründe, in das Tal zu kommen. Nun ist David an der  Reihe, seine offen zu legen. Tom, der einen Amoklauf geplant zu haben scheint, zwingt ihn, allen die Wahrheit zu erzählen und Tom blufft nicht. Wenn er schweigt, werden Menschen sterben. Auf ihm lastet eine große Verantwortung, doch schließlich redet er. Die Freunde müssen erfahren, dass jemand ein Spiel mit ihnen treibt. Nicht das Tal, sondern ein Mensch.

David habe ich in den vorherigen Bänden als mutigen und stets hilfsbereiten Jugendlichen kennen gelernt. Schon auf dem Gipfel des Ghost hat er bewiesen, dass er andere nicht im Stich lässt. Er war immer der Ruhepol in der Gruppe, aber das sollte sich in diesem Band ändern. Ich habe mich gefragt, welche Vergangenheit er in sich birgt und bis zum Ende konnte ich nur Vermutungen anstellen. Die Wahrheit kommt aus seinem Mund, und sie kommt unerwartet. Immer wieder erfahren wir durch Rückblenden, dass David schon einmal einen Amoklauf durchgemacht hat. Der Leser fragt sich, was dort geschehen ist, um den Amoklauf am Grace College zu rechtfertigen. Wir springen vom Geschehen im Raum der Klausur zu den Einblicken in Davids Erinnerung und dann wieder zurück. Dadurch wird das Buch spannend. Immer schneller und dringender möchten wir die Studenten, die wir bereits ins Herz geschlossen haben, in Sicherheit wissen, doch das Spiel ist erst zuende, wenn Tom es sagt.

~ Ich habe mich in einen Rausch gelesen und habe das Buch in eins verschlungen. ~

Am Ende kommt der Showdown. Aber nicht so, wie wir es erwartet haben. Ich begann zu begreifen, dass hinter der Geschichte noch mehr stecken musste, als das, was David ausgesprochen hat. Ich wollte die Wahrheit wissen. Ich wollte wissen, wieso Tom die anderen seiner Gefahr aussetzt. Und dann wusste ich es. Ich habe die Wahrheit erfahren. Und auch alle anderen. Jeder kannte David. Jeder kannte den wahren David. Wirklich jeder.

~ Am Ende wird alles gut, und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende. ~ Oscar Wilde, S. 165

Das Rätsel um das Tal wird immer weiter aufgebaut. Immer mehr Ereignisse stürzen Julia, Katie, Rose, Chris, Robert, David und Ben in Verzweiflung. Die Vergangenheit spielt immer wieder eine Rolle und diese Rolle wird größer und größer. Irgendwann ist sie so groß, dass sie nicht mehr auszuhalten ist. Es wird am Ende sein. Ganz am Ende.
Krystyna Kuhn weiß, wie sie die Leser beeinflussen kann. Ich kann mich ihr nicht mehr entziehen. Die Bücher haben mich zu sehr gefesselt. Ich kann sie nicht mehr weglegen. Ich muss immer mehr lesen. Immer schneller, um endlich am Ende zu sein und ich hoffe, es raubt mir den Atem. So intensiv fühle ich mich mit den Protagonisten verbunden, dass ich das Gefühl habe, ein Teil in der Geschichte zu sein.
"Die Dinge hängen alle zusammen. Sie haben ihren Rhythmus. Sie haben ihre Zeit. Es gibt ein System. Und nur hier unten können wir das Rätsel lösen. [...] Es ist die letzte Chance für lange Zeit." – S. 38f.
Résumé:
Ich bin sprachlos. Der spannendste und atemberaubendste Roman seit langem. Ich möchte es wieder lesen, kann nicht genug bekommen. Grandios! Wunderbar! ~ 6 Lesezeichen! 

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