3. Januar 2014

[Rezi] Die Sturmkönige-Wunschkrieg – Kai Meyer

Titel: Die Sturmkönige-Wunschkrieg
Autor: Kai Meyer
Verlag: Lübbe
Erscheinungsjahr: 2009
Genre: Fantasy, Abenteuer, Liebe
Band: Teil II
ISBN: 978-3-7857-2356-2
Lesevergnügen: 428 Seiten
Preis: (keine Angabe im Buch oder Internet gefunden)
Einband: Hardcover
Bewertung: 6 Lesezeichen

Erster Satz:
"Das fliegende Pferd aus Elfenbein suchte nach ihm am Himmel, es suchte in der Wüste."

Inhalt:
Immer noch schreiben wir das 52. Jahr des Dschinnkrieges im 8. Jahrhundert. In Persien, dem Reich des Kalifen Harun al-Raschid, scheinen die Dinge ihren gewohnten Verlauf zu nehmen, trotz der näher kommenden Bedrohung durch die Dschinnmacht.
Sabatea und Tarik wurden im Palast des Kalifen getrennt. Sie wurde ihm zum Geschenk gemacht, jedoch mit der Aufgabe, den Kalifen durch ihr Blut zu vergiften. Tarik irrt nach seinem Rausschmiss durch Bagdad und schmiedet einen Plan, Sabatea aus den Fängen Harun al-Raschids befreien zu können. Dies ist aber durch die Garde, die den Palast bewacht, unmöglich.
Also macht er sich zunächst auf die Suche nach Antworten. Antworten auf den Narbennarren Amaryllis und das Auge, welches er durch einen Fluch an Tarik weitergegeben hat. Außerdem sucht er nach Antworten auf die Dschinne und deren mächtigste Waffe: dem dritten Wunsch. Dafür begibt er sich in abgeschiedene Kreise und begegnet mehr als einmal dem Tod. Sabatea versucht indessen sich zu befreien, um gemeinsam mit Tarik die Menschheit zu retten. Schließlich lässt der Kalif sie sogar freiwillig gehen, doch sie wird sich schon bald wieder im Palast befinden, um ein weiteres Abenteuer zu erleben.
Sein Bruder Junis dagegen befindet sich nach der Zerstörung der Hängenden Stätten der Roch bei den Sturmkönigen und findet heraus, dass auch Maryam zu ihnen gehört und noch am Leben ist. Junis erfährt vieles über die Sturmkönige und einen Jungen, Jibril, welcher der Urspung der Winde sein soll. Ebenfalls wird ihm erklärt, was genau der dritte Wunsch ist und was dieser anrichten kann.
Plötzlich ist die Rede von einer anderen Welt. Einer Welt ohne Magie, ohne jegliche Art dieser und das Ende der Menschheit kommt immer näher.

Meine Meinung:
"Das Licht der Lampe verwischte, als ihr Tränen in die Augen traten. Sie ließ den Arm sinken, setzte sich am Fuß der Mauer in den Staub und lehnte den Rücken gegen die Lehmziegel. Zog die Beine an und legte eine Wange auf die Knie. Dann weinte sie, heftiger als in all den Jahren zuvor, weinte über das, was aus ihr geworden war, und um das, was sie draußen im Dschinnland dazugewonnen hatte – und was ihr gleich darauf wieder genommen worden war." – S. 176
Der zweite Teil der Trilogie, Die Sturmkönige-Wunschkrieg, ist wesentlich gefühlvoller als der erste, aber nicht schlechter. Er baut auf den ersten Band auf und führt die Geschichte in einer atemberaubenden Geschwindigkeit weiter, die es einem ermöglicht, die 428 Seiten in ein paar Tagen durchzulesen. Auch in diesem Teil spürt der Leser auf jeder einzelnen Seite die Spannung, die das ganze Buch durchzieht. Es ist eine geheimnisvolle Geschichte, die scheinbar nie endet. Voller Liebe, Zuneigung, Freude, Trauer und Angst.

Die Geschichte um Tarik, Sabatea, Junis und Maryam endet mit einem Cliffhanger zum dritten Band und lässt auf einen wunderbaren Abschluss hoffen. In Die Sturmkönige-Wunschkrieg sind mir die Protagonisten noch sympathischer geworden und ich habe sie richtig ins Herz geschlossen. Die Liebe zwischen Sabatea und Tarik gibt der Handlung mehr Pfiff und dadurch werden auch ihre Handlungen von ihr bestimmt. Die eigentliche Geschichte geht darin jedoch nicht unter, sondern wird eher noch hervorgehoben durch diese Liebe. Die Dschinne haben eine Macht entfesselt, den dritten Wunsch, und mit dieser Macht hoffen sie, die Menschheit ausrotten zu können, um ihr Überleben zu sichern, denn Amaryllis sah eine Zukunft ohne Dschinne, und die möchte er nicht dulden. Was er nicht weiß, er sah nicht die Zukunft, sondern eine Parallelwelt, die eigentliche Welt. Es ist eine Welt ohne Magie.
In den letzten Kapiteln wird dem Leser diese Welt näher gebracht und der Unterschied zwischen den Welten erklärt. Dies überfüllt die Geschichte in keinster Weise, verlängert es sie lediglich.
"Dies hier", sagte Khalis, "ist nicht die Welt von Ajouz und Nasmat. Dies ist das Abbild, in das die Magie verbannt wurde. Wir alle, ihr und ich und all diese Menschen dort draußen, leben im Inneren einer Flasche am Grund des tiefsten Ozeans." – S. 333
Auch die Einbandgestaltung ist eine Erwähnung wert. Das Buch ist mit einem Schutzumschlag versehen und sowohl darauf, als auch darunter sieht es wunderschön aus. Der erste Band ist in blau gehalten, der zweite in rot und der dritte in gelb. Zu erkennen ist eine schwarze Silhouette und den Himmel in der jeweiligen Farbe. Der Einband selber schimmert in rot, blau oder gelb und auf dem Rücken stehen Titel und Autor und Sterne zieren dies. Solch schönee Einbände besitzen nicht alle Bücher.

Kai Meyer beweist in dieser Lektüre ein weiteres Mal seine Kunst zu Schreiben und wieder bin ich total gefesselt gewesen von der Macht der Worte und der Geschichte.

Résumé:
Die spannende und gefühlvolle Fortsetzung des ersten Romans ist ein weiterer Meilenstein Kai Meyers. Er beweist, dass er die Macht der Worte beherrscht und schreibt Bücher, die den Leser umhauen. Ein absolut empfehlenswertes Exemplar! ~ 6 Lesezeichen

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