20. Januar 2014

[Rezi] Die Sturmkönige-Glutsand – Kai Meyer

Titel: Die Sturmkönige-Glusand
Autor: Kai Meyer
Verlag: Lübbe
Erscheinungsjahr: 2009
Genre: Fantasy, Abenteuer, Liebe
Band: Teil III
ISBN: 978-3-7857-2375-3
Lesevergnügen: 476 Seiten
Preis: (keine Angabe im Buch oder Internet gefunden)
Einband: Hardcover
Bewertung: 6 Lesezeichen

Erster Satz:
"Das Elfenbeinpferd stand mit angelegten Schwingen neben der Toten im Wüstensand."

Inhalt:
Gemeinsam machen sich Sabatea und Tarik mit Nachtgesicht und Ifranji, Khalis, Almarik und dem Elfenbeinpferd auf den Weg nach Skarabapur, eigentlich einer Legende, denn niemand weiß, ob diese Stadt wirklich existiert und wo sie liegt.
Nachdem sie auch an der letzten Dschinnarmee ohne Verluste vorbeigekommen sind, liegt nun eine Wüste vor ihnen, die keiner je in seinem Leben schon einmal gesehen hat, denn sie ist aus Glas. Weit und breit sehen sie nichts anderes als Glas. Immer weiter fliegt das Ross und die Gefährten ahnen, dass Skarabapur nicht mehr weit sein kann. So recht mögen sie nicht an die Legende glauben, doch Sabatea schärft ihnen ein, dass sie dies tun müssen, um die Stadt sehen zu können. Die Menschen, die nicht an Skarabapur glauben, fliegen über die hinweg, ohne sie zu sehen.
An einem riesigen Graben angelangt, wissen Tarik, Sabatea und die anderen nicht mehr weiter. Da die fliegenden Teppiche nur maximal 150 Meter über dem Boden fliegen, ohne ihre Stabilität zu verlieren und sie nicht wissen, wie tief der Graben ist, steigt Sabatea auf das Elfenbeinpferd, um sich hinüberfliegen zu lassen und tatsächlich. Das scheue Wesen trägt sie über den Graben. Sie begegnet den Roch, einer Rasse, die vor den Dschinnen existierten und von denen nicht mehr viele übrig sind und diese eröffnen ihnen die Wahrheit über die Legende Skarabapur.
Die Schlacht um den dritten Wunsch beginnt und einmal mehr müssen die Gefährten auf ihr Vertrauen zu den anderen hoffen, um überleben zu können, denn die Wahrheit ist grausamer als gedacht. Die Dschinne warten bereits auf ihren Dschinnfürsten, der den letzten Wunsch ausspricht.
Tariks Bruder Junis hingegen erfüllt Maryams letzten Wunsch und befreit Jibril aus der Gefangenschaft der Dschinne, ohne zu ahnen, was er damit anrichtet.
Es gibt nur einen dritten Wunsch und alle wollen ihn für sich nutzen...

Meine Meinung:
"Alle, die nach Skarabapur gesucht haben, haben eigentlich nach sich selbst gesucht. Die Stadt ist das höchste innere Ziel, sie ist die Suche nach dem Sinn." – S. 46
Die Sturmkönige-Glutsand ist der dritte und somit auch letzte Teil der Trilogie und ein grandioser Abschluss der Reise von Samarkand über Bagdad nach Skarabapur, einer Legende, die mit diesem Band für den Leser immer weiter zu wachsen beginnt. Dieser Teil ist der Höhepunkt der Trilogie und die Enthüllung aller Geheimnisse und Legenden. Die Bände bauen aufeinander auf und daher sollte man bereits die vorherigen gelesen haben, um auch den letzen Band verstehen zu können.
Kai Meyer bringt die Geschichte mit riesigen Sprüngen weiter, denn die Geschwindigkeit, mit der man die Lektüre verschlingt, ist atemberaubend. Man liest sich regelrecht in einen Rausch und möchte nun endlich das Geheimnis um die Stadt erfahren. Die Wahrheit wird bis zum Schluss verschleiert und immer wieder anders dargestellt bis sich die Handlung in den letzten Zügen befindet und der dritte Wunsch entfesselt ist. Das, was der dritte Wunsch nun aber ist und was auch Skarabapur ist, hat mich sehr überrascht, denn eigentlich hatte ich das Gefühl, Skarabapur sei ein schlechter Ort und das ist er zwar, jedoch anders als erwartet.

Auch die Liebe zwischen Sabatea und Tarik erreicht nun ihren Höhepunkt. Von Beginn an floss die Liebesgeschichte, und manchmal wurde daraus sogar ein Liebesdrama, in die Handlung mit ein und bestimmte daher einen Teil der Entscheidungen, die die beiden getroffen haben, aber genau das macht die Trilogie so interessant. Man kann nicht voraussehen, welche Entscheidungen getroffen werden und was als nächstes passiert und daraus entwickelt sich für den Leser ein Roman, der spannend und gefühlvoll zugleich ist.

Die in Band II bereits angedeutete Parallelwelt wird in Die Sturmkönige-Glutsand aufgenommen und macht sie zur Hauptgeschichte. Um diese Welt dreht sich im Großen und Ganzen die gesamte Trilogie. In Skarabapur hoffen die Gefährten, selbst den dritten Wunsch entfesseln und für sich nutzen zu können, um die Welt von den Dschinnen zu befreien. Diese wollen genau das Gegenteil: Die Welt von den Menschen befreien. Hier kommt auch der Narbennarr, Amaryllis, wieder mit ins Spiel, denn er löste diese Denkweise aus, da er sicher war, eine Zukunft ohne Dschinne zu sehen. Ein Irrtum wie sich herausstellte. Er sah die Parallelwelt, die nach dem Ausbruch der wilden Magie von den mächtigsten Zauberen erschaffen wurde.
In Skarabapur findet die Schlacht um den dritten Wunsch statt und genau dort zentriert sich das Geschehen am Ende des Buches. Alle Protagonisten befinden sich in der Umgebung, um das Ende der Menschheit zu verhindern. Das macht das Geschehen in der Hinsicht einfacher, da es somit um ein zentrales Thema geht, an welchem sich alle Hauptpersonen beteiligen. Ebenso ballt sich die Spannung, löst sich jedoch schlagartig, als der dritte Wunsch ausgesprochen wird und die Auswirkungen über die Welt hereinbrechen.

Der Leser erlebt einen Roman, der voll ist von Abenteuern, Liebe, Angst, Freundschaft, aber auch Hass. Er erlebt ihn wirklich. Kai Meyer fesselt den Leser an die Geschichte und ermöglicht es ihm nicht, sich loszubinden und abzuseilen. Wer einmal mit der Geschichte um Sabatea und Tarik begonnen hat, kann nicht mehr loslassen und fühlt mit den beiden und deren Schicksal.

~ Kai Meyer erschafft mit Sabatea und Tarik eine wunderbar gefühlvolle und spannende Geschichte, die ich nicht mehr weglegen möchte. ~

Résumé:
Der dritte Band der Sturmkönige-Trilogie ist wieder einmal wunderbar und grandios geschrieben. Alle drei Teile bauen aufeinander auf und erzeugen somit eine Geschichte, wie sie spannender nicht hätte sein können. Der Abschluss ist fantastisch gelungen und ich bin stolz, diese Bücher zu besitzen. Ich vergebe die volle Punktzahl von 6 Lesezeichen. Ihr müsst diese Bücher unbedingt lesen!

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