17. Dezember 2013

[Rezi] Die Sturmkönige-Dschinnland – Kai Meyer

Titel: Die Sturmkönige-Dschinnland
Autor: Kai Meyer
Verlag: Gustav Lübbe
Erscheinungdatum: 2008
Genre: Fantasy, Abenteuer, Liebe
Band: Teil I
ISBN: 978-3-7857-2336-4
Seitenzahl: 428
Preis: (keine Angabe im Buch oder Internet gefunden)
Lesezeichenanzahl: 6 Lesezeichen

Erster Satz:
"Er lenkte den fliegenden Teppich durch die nächtlichen Gassen Samarkands."

Inhalt:
Wir schreiben das 52. Jahr des Dschinnkrieges im 8. Jahrhundert. Tarik al-Jamal ist der beste Teppichreiter Samarkands und er hatte den besten Lehrer: seinen Vater. Tarik schmuggelt Ware durch das Dschinnland, den tödlichen Wüsten zwischen Samarkand und Bagdad, bis er auf diesem Weg seine große Liebe Maryam an den Dschinnfürsten verliert.
Seitdem nimmt er regelmäßig an illegalen Teppichrennen teil und verdient somit sein Geld. Als sein Bruder Junis plötzlich nach sechs Jahren bei einem dieser Rennen auftaucht, begegnet Tarik dem geheimnisvollen Mädchen Sabatea, die ihn dazu überreden will, sie nach Bagdad zu bringen. Er lehnt jedoch ab, da er sich geschworen hat, eine solche Reise nie wieder anzutreten. Als Sabatea jedoch seinen Bruder fragt und dieser bejaht, macht er sich große Sorgen, dass er neben Maryam nun auch noch seinen Bruder verlieren könnte. Frustriert fliegt er den beiden hinterher und führt sie nach Bagdad.
Die Wüsten werden allerdings von Dschinnen und Sturmkönigen bevölkert, die sich einen erbitterten Krieg liefern. Es scheint jedoch, dass die Dschinne eine Armee aus menschlichen Sklaven erschaffen, um gegen diese und die Sturmkönige vorzugehen.
Mittendrin befinden sich nun auch Tarik, Junis und Sabatea. Bereits nach kurzer Zeit endet die Reise für alle in den Hängenden Stätten und es scheint keinen Ausweg zu geben. Zusammen mit Sabatea kann Tarik fliehen, muss aber Junis bei den Sturmkönigen zurücklassen, die die Hängenden Stätte zerstört haben und einige Gefangene, darunter auch seinen Bruder, befreit haben.
Nun geht die Reise weiter und Tarik erfährt, wer Sabatea wirklich ist, wen er auf seinem Teppich durch das Dschinnland gebracht hat und was sie vorhat, um sich und ihre Liebsten zu retten.

Meine Meinung:
An Die Sturmkönige-Dschinnland fasziniert mich die Geschichte, die Handlung, das Geschehen, worin sich die Charaktere bewegen. Die Geschichte ist kompakt, zusammenhängend und in seiner gesamten Gestalt ein Meisterwerk. Kai Meyer hat hier ein Abenteuer verfasst, welchem der Leser von Anfang an verfällt, denn schon ab der ersten Seite spürt man die Spannung und das Verlangen, das Buch immer und immer wieder in die Hand zu nehmen.
Es ist eine geheimnisvolle Lektüre voller Liebe und Angst, eine Geschichte, die immer wieder neue Geheimnisse aufdeckt und ebenso neue schafft.

Tarik al-Jamal hat in der Karakum-Wüste zwischen Samarkand und Bagdad seine einst große Liebe Maryam verloren, zumindest glaubte er das. Seitdem macht sein jüngerer Bruder Junis ihm Vorwürfe und beide versuchen sich aus dem Weg zu gehen, bis zu dem Tag, an dem auch Junis an einem der riskantesten Teppichrennen teilnimmt und seinen Bruder regelrecht provoziert. Dabei stößt Tarik auf die mysteriöse Sabatea, die unbedingt mit ihm nach Bagdad gelangen möchte, ohne jedoch den wahren Grund ihrer Reise zu verraten. Als Junis sich jedoch nach Tariks Absage der Sache annimmt, sie dorthin zu bringen, kann Tarik nicht anders, stellt sich seiner Vergangenheit und reist den beiden hinterher. Immer mehr spürt er, dass mit Sabatea etwas nicht stimmt, aber das kann nicht von seinen Gefühlen zu ihr ablenken. Er fühlt sich zu ihr hingezogen und beschützt sie, wie er es bei Maryam nicht mehr tun konnte. Er kennt den Weg nach Bagdad und er weiß, dass er, wenn sie dort angekommen sind, nicht einfach nach Samarkand zurückkehren wird.
"Und Amaryllis sagte: "Seht, wie die Welt eine andere wird als die, die ihr kennt. Seht die Welt ohne euch, ohne das Leben, das ihr liebt. Seht wie ich sehe, und versteht, was ich tun muss." – S. 224
Mit diesen Worten verliert Tarik Maryam an den Dschinnfürsten und im Laufe des Buches erfährt er, was sie bedeuten. Er beginnt zu sehen wie er, eine Welt ohne Menschen und ohne das Leben. Die Welt wird eine andere und bleibt doch die gleiche.

Kai Meyer bringt die einzelnen Charaktere an passender Stelle und ohne große Umschweife in die Geschichte hinein. Sie sind mit der Geschichte verbunden und werden eins mit ihr. Jede Person steht für sich und doch hängen alle zusammen und ziehen an einem Strang. Das macht das Buch so besonders.
Die Handlung dreht sich um Tarik, Junis und Sabatea. Zu Anfang herrschen zwischen allen Angst und sogar Hass. Nach einiger Zeit aber verändern sich die Gefühle der Protagonisten zueinander und es entsteht Freundschaft und sogar Liebe. Diese Veränderung nimmt auch der Leser zur Kenntnis und verändert seine eigene Ansicht zu den Personen. Der Leser wächt somit mit der Geschichte und nimmt diese in sich auf. Er kann sich mit dem Guten identifizieren, das Böse lehnt er ab.
"Tarik hörte Sabatea nicht mehr, auch sich selbst nicht, als er fluchte und schrie und den Teppich auf die Öffnung in der Felswand zujagte. Seine Ohren waren wie versiegelt vom Donnern der fallenden Neststadt. Die irrwitzige Geschwindigkeit des Teppichs rückte an den Rand seiner Wahrnehmung, genauso wie Sabateas Klammergriff um seinen Oberkörper. Es war ein Gerinnen der Welt um ihn herum, ein absurdes Verharren in Tempo, Lärm, Bewegung. Als könnte es nie wieder etwas anderes geben, nur diesen einen endlosen Ansturm von maßlosen Eindrücken, die sich gegenseitig übertrafen und aufhoben. Von oben raste die abstürzende Stadt auf die zu. Vor ihnen kam das Tunnelloch näher." – S. 326
Die Sturmkönige-Dschinnland ist ein Roman, in dem sich die Handlung zu jeder Zeit bewegt. Die Geschichte bleibt nicht stehen, sondern geht immer weiter. Aus diesem Grund ist es dem Leser auch so einfach, das Buch in einer Woche oder auch in ein paar Tagen trotz der 428 Seiten durchzulesen.
Der Autor ist ein Meister der Worte und genau das macht er dem Leser deutlich. Von der ersten Seite an fesselt die Lektüre den Leser so sehr, dass er mit dem Buch verschmilzt und es einfach gut finden muss. Das Buch quillt fast über vor Spannung und immer wieder kocht diese neu auf.

Ein Abenteuerroman, der, obwohl er im 8. Jahrhundert spielt, immer aktuell ist. Kai Meyer zeigt sein Talent, unvergessliche Geschichten zu schreiben, auch hier wieder und das fasziniert den Leser.

Mein Fazit: 
Hier passt einfach alles. Die Handlung, die Charaktere, die Emotionen. Dieses Buch ist spannend bis zum Schluss und man kann gespannt sein auf die Fortsetzung. Grandios! ~ 6 Lesezeichen

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