19. Dezember 2013

Rezension: „Der Fürst des Nebels“ von Carlos Ruiz Zafón


Der Fürst des Nebels | Carlos Ruiz Zafón | Fischer Verlag | 270 Seiten | Fantasy

Sommer 1943: Max zieht mit seiner Familie in ein altes Haus am Meer, um dem Krieg zu entkommen. Dort angekommen kommen Max und seiner Schwester Alicia erste Zweifel, ob dies die richtige Idee war, denn es scheint nicht alles mit rechten Dingen zu geschehen. Vor vielen Jahren ist ein kleiner Junge unter rätselhaften Umständen ertrunken und die Familie lebte in demselben Haus, indem nun auch Max wohnt. Das Geschehen um den kleinen Jacob scheint aber noch nicht vergessen zu sein. In Roland, dem Sohn des Leuchtturmwärters, hat Max einen richtigen Freund gefunden. Auch Alicia versteht sich gut mit ihm und schon bald kommen sich die drei näher. Bei gemeinsamen Tauchgängen um ein gesunkenes Schiff an der Küste spürt Max, dass etwas Schreckliches in der Tiefe lauert. Im alten Haus findet Max' Vater alte Filme, die von Jacob stammen und Max weiß, dass darin der Schlüssel zu all den Geheimnissen liegt: zum Skupturengarten, dem Schiff names Orpheus, dem alten Leuchtturmwärter, dem Grab von Jacob und schließlich auch zu Roland, denn auch dieser birgt ein Geheimnis, welches nur der Leuchtturmwärter zu kennen scheint. Etwas Großes und Dunkles erhebt sich aus den Tiefen des Meeres: der Fürst des Nebels.

„Mit seinem phantastischen ersten Roman begeisterte Carlos Ruiz Zafón Leser jeden Alters auf der ganzen Welt.“
„Schaurig schön!“ – Freundin

So wird der Roman Der Fürst des Nebels angepriesen. Sein erster Roman, den auch ich mir gekauft habe bzw. geschenkt bekommen habe. Normalerweise kaufe ich mir keine Bücher, die so spannend sind, dass ich nachts nicht mehr schlafen kann und vor allem lese ich sie dann auch abends nicht mehr, aber bei diesem konnte ich einfach nicht widerstehen. Auf den Autor bin ich durch eine Freundin gekommen, die Der Schatten des Windes gelesen hat. Ihre Rezension habe ich gelesen und fand sie super, sodass ich mal geschaut habe, was der Autor noch für andere Bücher herausgebracht hat. Dann bin ich auf diesen Roman gestoßen und mittlerweile beläuft sich meine Büchersammlung dieses Autors bereits auf fünf Bücher.

Max ist von der Tatsache, am nächsten Tag an die Küste zu ziehen, gar nicht begeistert. Ebenso seine Schwester Alicia, doch sie müssen sich wohl oder übel mit ihrem Schicksal abfinden. Die Idee kam von ihrem Vater und er ist es auch, der den beiden die Geschichte des ertrunkenen Jungen Jacob Fleischmann erzählt.
Kaum im neuen Haus angekommen, spielen sich rätselhafte Dinge ab: eine Katze frisst faustgroße Spinnen, der Skulpturengarten, dessen Figuren sich zu verändern scheinen und immer wieder begegnet Max diesem komischen Zeichen: ein sechszackiger Stern.
Zusammen mit seiner Schwester und seinem neuen Freund Roland machen sie sich auf, das Geheimnis zu lüften, doch das Ergebnis ist nicht zufriedenstellend. Erst als es eigentlich schon zu spät ist, erzählt der Leuchtturmwärter Max die ganze Geschichte. Nun geht es um Leben und Tod, denn er hat seine Schwester zusammen mit Roland alleine in der Hütte am Meer zurückgelassen.

„Die Zeit, mein lieber Max, existiert nicht. Sie ist eine Illusion. Selbst dein Freund Kopernikus hätte das irgendwann begriffen, wenn er genau das gehabt hätte: Zeit. Eine Ironie des Schicksals, nicht wahr?“ – Seite 245

Diese Textstelle trifft sehr gut auf das Buch zu, denn Zeit existiert nicht, während man diese Lektüre liest, oder vielleicht sollte man besser sagen verschlingt. In zwei Tagen hatte ich das Buch durch und wurde von der Geschichte fast umgehauen. Obwohl ich Der Fürst des Nebels schon vor zwei Jahren gelesen habe, konnte ich mich kaum noch erinnern und so war es umso spannender. Carlos Ruiz Zafón ist ein mittlerweile doch recht bekannter Autor und ein sehr guter noch dazu. Seine Bücher sind nicht nur spannend, sondern auch noch so verpackt, dass die Spannung aus einer anderen Handlung entsteht. Schon zu Beginn steigt der Leser in das Geschehen ein und fließt mit der Geschichte mit. Immer wieder gibt es Stellen, die ruhiger sind, aber dann kommt eine Wendung und die Spannung nimmt weiter zu. Als ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe, da konnte ich nachts wirklich nicht schlafen, weil ich den Roman unbedingt noch zuende lesen musste. Heute ist es nicht mehr so schlimm und ich kann auch nachts noch eine solche Lektüre lesen.

Die Charaktere sind gut ausgewählt, passen gut zueinander und ergänzen sich. Ich konnte mich vor allem mit Max identifizieren, der neben Roland und Alicia die Hauptrolle besitzt. Der Liebesakt zwischen Alicia und Roland ist sehr gut eingebracht und lockert die Geschichte etwas auf.

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