29. Dezember 2013

[Rezi] Das Tal-Das Spiel – Krystyna Kuhn

Titel: Das Tal-Das Spiel
Autorin: Krystyna Kuhn
Verlag: Arena
Erscheinungsjahr: 2010
Genre: Thriller
Band: Teil I
ISBN: 978-3-401-06472-7
Seitenzahl: 299
Preis: 9,99€
Einband: Taschenbuch
Lesezeichenanzahl: 6 Lesezeichen

Erster Satz:
"In einer Höhe von knapp zweitausend Metern wurde Julia vom Quitschen der Bremsen aus dem Halbschlaf gerissen."

Inhalt:
Abgeschieden von der restlichen Welt und vor allem von ihrem ehemaligen Zuhause beginnen Julia und Robert Frost ein neues Leben am Grace College. Es liegt mitten im Nirgendwo, der Bus nach Fields fährt wenn überhaupt alle paar Wochen. Das bedeutet für die beiden: keine Zivilisation, keine Angst, sich der Vergangenheit stellen zu müssen.
Doch Robert zieht die Aufmerksamkeit schnell auf sich, denn er ist anders als die anderen in diesem Tal. Er sieht den Tod, bevor er passiert und nur Julia weiß das. "Pass auf Robert auf" hat ihre Mutter ihr eingeschärft.
Zur Einweihung aller Freshmen geben die größeren eine coole Einweihungsparty am Bootshaus, im Sperrgebiet: Laute Musik und Alkohol sind inklusive. Dann sieht Robert ein Mädchen, das in den Lake Mirror springt, in dem kein Leben zu sein scheint und es taucht nicht wieder auf. Am nächsten Tag verschwindet ein weiteres spurlos. Gibt es einen Zusammenhang? Das Problem aber ist, dass das verschwundene Mädchen im Rollstuhl sitzt und somit unmöglich hätte springen können.
Julia und Robert merken, dass etwas in diesem Tal, am Grace College, ganz und gar nicht stimmt. Werden sie es schaffen, die Wahrheit herauszufinden? Und werden die Geschwister ihre Vergangenheit hinter sich lassen können?

Meine Meinung:
"Mann, diese verfluchten hellen grauen Augen. Sie waren wie diese Landschaften, die man in Schneekugeln gefangen hält. In denen eine ganze Welt hinter Glas liegt, ein Kaleidoskop von Möglichkeiten. Und Julia wusste sich keinen Rat, als vor dieser Welt zu flüchten, die sich bewegt, wenn man sie erschüttert." – S. 98
Krystyna Kuhn erschafft mit Das Tal-Das Spiel einen wunderbaren Auftakt der Reihe, in der man einerseits Zuflucht suchen möchte, andererseits aber auch teilweise von ihr abgestoßen wird. Als Leser muss man dieser Geschichte folgen, denn man wird einfach mitgezogen und kann sie nicht loslassen, bis sie zu Ende ist. Dieser Thriller ist allerdings nur der Anfang einer ganzen Reihe aus insgesamt acht Büchern.

Julia und Robert gelangen durch ein Zeugenschutzprogramm in das Grace College, welches mitten im Nirgendwo liegt. Der Lake Mirror scheint tot zu sein. Keine Zivilisation weit und breit. Am Rand des Tals befinden sich überall Sperrbezirke. Eine mysteriöse Party, zu der alle neuen Studenten per Mail eingeladen werden. Nur Julias Einladung erfolgt durch eine SMS, dabei hat sie noch niemandem ihre Nummer gegeben. Auf der Party bemerkt Robert ein Mädchen, das in den See springt und durch einen Strudel nach unten gezogen wird, doch niemand glaubt ihm. Auch nicht, als am nächsten Tag ein Mädchen spurlos verschwindet. Zusammen machen sich Julia, Katie, Debbie, Rose, David, Benjamin, Robert und Chris auf die Suche und finden heraus, dass hinter allem ein perfides Spiel steckt, was sie schon bald zu spüren bekommen. Julia und Robert laufen Gefahr, dass ihr Geheimnis, mit welchem sie in das College gekommen sind, auffliegt.
"Es war ein Schrei, der durch die Collegeflure gellte, und eines war sicher: Er hatte nichts Menschliches an sich. Es war die pure Verzweiflung, die sich die Seele aus dem Leib schrie." – S. 33
Bereits von Anfang an eröffnet die Autorin dem Leser eine Welt voller Spannung. Das Grace College ist die Welt, um die sich das gesamte Geschehen dreht. Als Leser hat man das Gefühl, es existiere keine andere Welt, während man dieses Buch liest. Das College liegt in totaler Abgeschiedenheit und daher wirken die Handlungen der Protagonisten noch eindrucksvoller und bedeutsamer. Ein Mord in einem Tal, in einem College, in dem sich alle normal verhalten. Die Tote sitzt im Rollstuhl. Das Mädchen, das in den Lake Mirror springt hat blaue Haare und trägt einen grünen Badeanzug. Die Handlungen scheinen alle in verschiedene Richtungen zu verlaufen, doch am Ende kommt die Wahrheit ans Licht und die ist verwirrend in der Hinsicht, dass der Mörder unerkannt geblieben ist bis zum Schluss.
"Eine schneeweiße Hand. Fünf Finger. Wie abgetrennt schwebten sie über der Wasseroberfläche. Julia glaubte sich übergeben zu müssen. Denn es war nicht die Hand einer Toten, sondern einer Sterbenden, und sie hielt etwas fest umklammert." – S. 245
Krystyna Kuhn hat ein Buch verfasst, das viele Gefühle beim Leser hervorruft: Spannung, Freude, Glück, Hass und auch Ekel. Das Zitat auf Seite 245 beweist dies ganz deutlich. An dieser Stelle habe ich mich wirklich geekelt, denn die Bilder, die einem dazu in den Kopf gelangen, sind nicht gerade von Freude gekrönt.
Die Autorin verpackt auf 299 Seiten eine Geschichte, die man nicht mehr aus der Hand legen möchte. Die Spannung fesselt den Leser, dass dieser das Buch in einem Atemzug durchlesen kann und die anderen Teile gleich im Anschluss lesen möchte.
Alle Details sind mit Spannung gefüllt und auch das Grace College erscheint einem gruselig. Alles ist symmetrisch und nach Zahlen erbaut. Die ganzen Sperrgebiete, Schilder und Markierungen machen einem Angst, doch genau das ist der SInn hinter dem ganzen.

Die Geschichte lebt von der Spannung!

Fazit:
Das Tal-Das Spiel ist ein Thriller der Extraklasse. Spannend und geheimnisvoll schreibt die Autorin eine Geschichte, die man nicht so schnell vergessen kann... ~ 6 Lesezeichen

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