23. Mai 2013

[Rezi] Tote Mädchen lügen nicht – Jay Asher

Titel: Tote Mädchen lügen nicht
Originaltitel: Thirteen Reasons Why
Autor: Jay Asher
Verlag: cbt
Erscheinungsjahr: November 2012
Genre: Jugendbuch
Band: Einzelband
ISBN: 978-3-570-30843-1
Seitenzahl: 283
Preis: 8,99€

Erster Satz:
"Sir?", wiederholt sie. "Wann soll das Paket ankommen?"

Inhalt:
Hannah Baker hat sich umgebracht und keiner weiß die wirklichen Gründe. Deswegen hat sie Kassetten mit dreizehn Gründen verfasst, die zu ihrem Selbstmord führten. Clay ist einer von ihnen, doch er kann sich überhaupt nicht vorstellen, welche Rolle er dabei spielen soll, denn er hat Hannah nichts getan. Oder hätte er sie ansprechen sollen, ihr seine Liebe gestehen sollen?

Als Clay nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit sieben Kassetten vor, legt die erste in seinen alten Kassettenrekorder und drückt auf Play. Es ist Hannah Bakers Stimme, die er hört. Clay glaubt, es sei eine Verwechslung, aber er legt die Kassetten nicht mehr weg und dann ist er an der Reihe. Ziellos geht der bei Nacht durch die Straßen der Stadt und hört sich die Aufnahmen an. Er hört, was sie anderen getan haben und was sie hätten tun können. Plötzlich sieht er die Menschen in einem ganz anderen Licht.

Meine Meinung:
Es gibt nur zwei Regeln und die sind ganz einfach. Regel Nummer eins: Ihr hört zu. Nummer zwei: Ihr schickt die Kassetten weiter. Hoffentlich wird euch beides schwerfallen. – S.12
Tote Mädchen lügen nicht ist ein Buch, von dem man bestimmt schon einmal gehört hat. Meistens war es Begeisterung. Nun musste auch ich dieses Buch lesen und ich muss sagen, auch ich war begeistert. Es spricht vor allem Jugendliche an, doch auch ältere Leseratten können es durchaus lesen.
Das Buch ist spannend und regt zum Nachdenken an, da es um das Thema Selbstmord geht und die Gründe, die dazu geführt haben.

Hannah Baker scheint ein nettes Mädchen zu sein. Immer darauf bedacht, ihren Mitmenschen nicht zu schaden, doch innerlich brodelt sie. Immer mehr zieht sie sich zurück und da scheint jeder Kontakt der Falsche zu sein. Auch Clay muss erfahren, dass sie undurchschaubar ist.
Je länger ich den Kassetten zuhöre, desto besser glaube ich, sie zu kennen. Nicht die Hannah der vergangenen Jahre, sondern die der letzten Monate. Das ist die Hannah, die ich zu verstehen beginne. Hannah, wie sie am Ende war. – S. 163
Clay glaubt Hannah zu verstehen und tatsächlich schafft er es mithilfe der Kassetten. Immer wieder fragt er sich, was er hätte anders machen können und was andere hätten bleiben lassen sollen. Hannah führt ihnen ihre Fehler vor Augen und rechnet ab.

Bei einem Selbstmord fragt sich jeder, warum dies passiert ist und ob man selber nicht derjenige ist, der daran Schuld ist. Dieses Buch bieten zu diesem Konflikt eine gute Grundlage. Clay ist derjenige, der der Stimme Hannahs lauscht und nur selten aktiv wird, indem er den aufgezeichneten Wegen folgt. Den größten Teil der Handlung hängt er Erinnerungen nach. Hannahs Stimme und Clays Gedanken wechseln sich schnell ab und erhöhen dadruch die Spannung. Dabei muss der Leser allerdings aufpassen, denn schnell geraten Gedanken und Stimme durcheinander und der Leser weiß nicht mehr, welcher Protagonist nun an der Reihe ist. Besondern beim schnellen Lesen muss man sehr aufpassen.

Die Protagonistin spricht dreizehn Personen an. Clay, ihr aktueller Zuhörer, ist dabei natürlich die Hauptperson, zusammen mit Hannah. Beide werden sehr genau beschrieben und der Autor geht dabei sehr vorsichtig vor, was bei diesem Thema notwendig ist.
Es ist dem Leser nicht möglich, auf die Stopptaste zu drücken!
Allerdings nur bis zu dem Punkt, an dem Clay dran ist. Nachdem der Leser weiß, welche Schuld er auf sich nehmen muss, ist die Spannung weg. Natürlich möchte man noch wissen, wer die anderen Personen sind, die vorkommen, doch der Spannungsbogen wird schwächer. Das unbedingte Verlangen, die Wahrheit zu erfahren, die Hannah dazu bewogen hat, sich umzubringen, wird weniger. Ebenfalls war ich einerseits enttäuscht über Clays Teil der Geschichte, andererseits aber auch erleichtert. Enttäuscht, da ich etwas größeres erwartet hatte und erleichtert, da Clay einem ans Herz gewachsen ist und der Leser nicht möchte, dass er an dem Tod von Hannah schuld ist.

Fazit:
Ich vergebe dieses Mal nur 3 Lesezeichen. Es ist ein gutes und spannendes Buch, doch das gewisse Etwas fehlt. Trotzdem solltet ihr es lesen und euch dann ein eigenes Bild machen, denn Geschmäcker sind ja unterschiedlich...

Kommentare:

Anne Shirley

Hallo, ich bin gerade auf deine Rezi gestoßen und obwohl ich das Buch noch nicht gelesen habe, hast du mich jetzt doch sehr neugierig gemacht.
LG Stephi

Lucian

Hallo Stephi,

das hoffe ich doch sehr. Das Buch ist trotz des Spannungsverlaufes am Ende lesenswert.

Lucian

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