16. Dezember 2010

[Rezi] Der Erdbeerpflücker – Monika Feth

Titel: Der Erdbeerpflücker
Autorin: Monika Feth
Verlag: cbt
Erscheinungsjahr: 2003
Genre: Thriller
Band: Teil I der Jette-Thriller
ISBN: 978-3-570-30258-3
Seitenzahl: 351
Preis: 8,95€

Erster Satz:
Es war einer dieser Tage, an denen man die Hitze riechen konnte.

Inhalt: 
Jette, Merle und Caro wohnen zusammen in einer Wohngemeinschaft und kommen sind beste Freundinnen. Sie erzählen sich alles. Umso verwunderlicher ist es, dass, als Caro einen neuen Freund hat, sie den beiden anderen nichts erzählt. Sie scheint allerdings selber nicht sehr viel über diesen Jungen zu wissen. Nicht mal seinen Namen.
Dann stirbt Caro. Sie wird ermordet. Bert Melzig, der ermittelnde Kommissar, findet keinen Ansatz, um die Mordserie aufzuklären, denn Caro war nicht das erste Opfer des Halskettenmörders. Jette und Merle können nicht länger warten und machen sich alleine auf die Suche, doch dann lernt auch Jette jemanden kennen. Ein sympatischer Junge, braun gebrannt, gut gebaut, aber auch sie weiß nicht viel über ihn, nur, dass sie für immer mit ihm zusammen sein möchte.
Merle macht sich Sorgen um Jette, denn diese weiß nicht, mit wem sie es zu tun hat. Merle muss sich beeilen, denn Jette befindet sich in großer Gefahr.

Meine Meinung:
"Der Fahrtwind fächerte dem Duft nach frischen Erdbeeren ins geöffnete Fenster. Und die Hitze, die in diesem Jahr viel zu früh gekommen war. Der Rock klebte mir an den Beinen. Auf meiner Oberlippe standen Schweißperlen. Ich liebte meinen alten, klapprigen Renault mit seinen Macken, aber an manchen Tagen sehnte ich mich heftig nach einem jüngeren Modell mit Klimaanlage." – S. 8
Ein wunderbarer Beginn einer Liebesgeschichte. Erdbeeren, die Farbe rot. Es passt alles zusammen und es ist ein wunderbarer Beginn für eine Sommergeschichte. Zumindest könnte sie es sein. Auf den ersten paar Seiten kommt ein wunderbares Sommergefühl auf, welchem man einfach nicht widerstehen kann. Da hier bei uns der Sommer nicht wirklich da ist, ist es auf jeden Fall ein Pluspunkt, den das Buch verdient.
Hauptsächlich geht es aber eher um eine Liebesgeschichte. Jette, die Tochter der Krimiautorin Imke Thalheim, verliebt sich in einen jungen Mann, dem sie einfach nicht wiederstehen kann. Was sie nicht weiß, auch Caro, ihre beste Freundin, die jetzt tot ist, hat diesen Mann ebenfalls geliebt. Hierbei kann man sich schon denken, wie die Geschichte zusammenläuft und wer der Mörder ist. Eine tragische Liebesgeschichte mit einem wunderbaren Ende.

Die Autorin hat einen sehr leichten Schreibstil. Locker zu lesen und leicht zu verstehen. Schnell kommt sie auf das Problem zu sprechen und von da an beginnt der Spannungsbogen rasant zu steigen. Ab der ersten Seite gut angelegt, steigt er stetig und fällt erst auf der letzten Seite. Monika Feth widmet den einzelnen Charakteren verschiedene Abschnitte und somit wechselt die Sicht immer wieder. Da muss man aufpassen, denn wenn man im Lesefluss drin ist, dann überliest man den Abschnitt sehr leicht. Passiert dies, wird man jedoch schnell darauf aufmerksam und man muss nicht alles noch einmal lesen.
"So hatte er es nicht gewollt. So nicht. Er hatte es überhaupt nicht gewollt. Es war zu früh. Er war nicht bereit gewesen. Sie war wie die anderen. Wie die anderen. Wie..." – S. 333
Der Leser bekommt sogar einen Einblick in die Gedanken des Mörders. Er weiß, was er empfindet und urteilt jedoch sehr schnell gegen ihn. Aber so sollte ein Mörder sein. Der Leser sollte ihn nicht sympatisch finden und das ist er auch nicht, trotz der Erdbeeren. Die Autorin hat dies wunderbar rübergebracht.

Ebenfalls zu der Handlung passend ist das Cover. Titel, Cover und Handlung sind einfach perfekt aufeinander abgestimmt.

Eine tragische Liebesgeschichte zum verlieben!

Fazit:
Ein grandioses Buch. Spannend, atemberaubend. Absolut empfehlenswert! ~6 Lesezeichen

Eure Lucian   

Keine Kommentare:

Schreibe einen Kommentar